Unvergessliche FlügeZu viel Alkohol an Bord

Es kommt immer wieder vor, dass ein betrunkener Passagier von der Polizei aus dem Flugzeug geführt wird. Aber die Besatzung?

Beinahe-Abstürze, Flugkapitäne im Drogenrausch, randalierende Passagiere oder Mitreisende in Schlangenform - es gibt Flüge, die man so schnell nicht vergisst. Eine Auswahl.

Ein feuchtfröhlicher Abend in geselliger Runde lässt die Belegschaft enger zusammenrücken - und ein gutes Betriebsklima ist schließlich nicht zu überschätzen. Nur blöd, wenn man am nächsten Tag früh wieder raus muss. Noch blöder, wenn man zum Dienstantritt unbedingt wieder nüchtern sein sollte. Beispielsweise, weil man ein Flugzeug sicher starten, fliegen und landen soll.

Am Samstagmorgen hat die Polizei in Oslo eine alkoholisierte Flugzeug-Crew aus einem Urlaubsflieger der lettischen Fluglinie Air Baltic geholt, die nach Kreta fliegen sollte. Der Pilot, der Co-Pilot und zwei Mitglieder der Kabinenbesatzung seien beim Alkohol-Atemtest durchgefallen und festgenommen worden, wie die norwegische Polizei mitteilte. 109 Passagiere mussten fast fünf Stunden warten, bis eine Ersatzcrew organisiert werden konnte. Die vier Crewmitglieder seien vorerst vom Dienst suspendiert, hieß es.

Lediglich ein Mitglied der Kabinenbesatzung hatte keinen auffälligen Wert. Ein anonymer Anrufer hatte die Polizei am frühen Morgen gegen vier Uhr alarmiert. Dass es bei diesen beiden Informationen einen Zusammenhang gibt, ist natürlich eine bloße Unterstellung. Zwei Lehren lassen sich aber auf jeden Fall aus dem Vorfall ziehen: Kurz vor dem Abflug sollte die Bloody Mary lieber in der Virgin-Variante genossen werden. Und im Job sollte man häufiger auf die Spaßbremsen hören.

Beim nächsten Flug denken die Passagiere, sie hätten ein Ticket nach Paris gebucht - dabei geht der Trip direkt in Richtung Odyssee.

Bild: catk/photocase.com 9. August 2015, 17:462015-08-09 17:46:23 © Süddeutsche.de/dd/kaeb/ihe/sks