Unvergessliche FlügeAuge um Auge, Knie um Knie

Wenn es um den Komfort beim Fliegen geht, liegen die Nerven schnell blank. Schon zum dritten Mal binnen weniger Tage zwang nun ein Streit um die Rückenlehne eine Maschine zur Zwischenlandung.

Beinahe-Abstürze, Flugkapitäne im Drogenrausch, randalierende Passagiere oder Mitreisende in Schlangenform - es gibt Flüge, die man so schnell nicht vergisst. Eine Auswahl.

Den eigenen Platz zu verteidigen - im Flugzeug gehört das oft einfach dazu. Nun scheint sich aber ein neuer Trend abzuzeichnen über den Wolken, und zwar der, im Zweifelsfall alle Passagiere am eigenen Unbehagen teilhaben zu lassen und eine Zwischenlandung herbeizuführen.

Unglaubliche drei Mal ging nun eine entsprechende Nachricht um die Welt. Der jüngste Zwischenfall: Auf einer Verbindung von New York nach West Palm Beach in Florida stieß sich eine 32-jährige Reisende nach Angaben der Fluggesellschaft Delta den Kopf, als ihr Vordermann die Lehne zurückklappte, während sie auf dem ausgeklappten Tisch schlief. Die junge Frau, die nach eigenen Angaben durch den erst kurz zurückliegenden Tod ihrer beiden Hunde ohnehin stark mitgenommen war, regte sich darüber so sehr auf, dass sich der Pilot zu einer Zwischenlandung in Jacksonville im Norden Floridas entschied. Augenzeugen zufolge hatte die fluchende Reisende darum lautstark gebeten.

Das kommt Ihnen bekannt vor? Vielleicht wegen dieser beiden Fälle, über die in den vergangenen Tagen zu berichten war. Einmal echauffierte sich auf einem American-Airlines-Flug von Miami nach Paris ein 61-jähriger Franzose über die zurückgeklappte Rückenlehne seines Vordermanns so sehr, dass er nach der folgenden Zwischenlandung in Boston von der Polizei empfangen wurde.

Und auf einem United-Airlines-Flug zwischen Newark im US-Bundesstaat New Jersey und Denver, Colorado, wählte ein Pilot einen Notstopp in Chicago als Ausweg. Auslöser in diesem Fall: der Konflikt um einen "Knee Defender". Dieses so kleine wie ausgeklügelte Gerät wird an den Klapptisch-Scharnieren des Vordersitzes befestigt. Zwei Klammern verhindern sodann, dass dieser in Rückenlage gebracht werden kann. Alle US-Fluglinien haben derlei Knie-Verteidigung an Bord ihrer Maschinen untersagt - was einen Eklat zwischen den Reisenden in diesem Fall nicht verhindern konnte.

SZ.de/AP/AFP/sks/ihe/cag

Beim nächsten Flug waren mit "Ratten der Lüfte" ausnahmsweise keine Tauben gemeint ...

Bild: Bergringfoto - Fotolia 3. September 2014, 10:542014-09-03 10:54:59 © Süddeutsche.de/dd/kaeb/ihe