Umfrage Welchen Flug vergessen Sie nie?

Heftige Turbulenzen, durchgeknallte Crew, haarsträubende Landung - und der Sitznachbar war auch noch unverschämt. Das mussten Leser auf Flugreisen mitmachen.

Mein erster Flug liegt schon sehr lange zurück. Es war 1954 und ich sollte 8-jährig von München nach Berlin zu meinem Großvater fliegen. Damals gab es nur Flüge der BEA und PanAm - die Deutschen durften noch nicht. In der Wartehalle kam eine Frau auf mich und meine Mutter zu und fragte, ob ich in die USA zur Adoption fliegen würde. Beide antworteten wir erschreckt NEIN, worauf das Interesse erlosch. Meine Mutter brachte mir noch englische Höflichkeitsformen bei bis ich von einer Stewardess in einem schicken blauen Kostüm mit einem kessen Käppi (ich war schwer beeindruckt) abgeholt wurde. Ich bekam ein Schild mit Namen, Flugziel Berlin und dem Namen meines Großvaters umgehängt und wurde auf einen Fensterplatz direkt am Übergang zur 1. Klasse gesetzt. Die Abgrenzung war eine etwa 30 cm hohe Stufe, über die die Stewardess jedesmal steigen musste. Es dauerte noch einige Zeit bis zum Abflug und ich vertriefte mich in ein Mickymausheft (war zuhause strengstens verboten). Dann erhielt ich einen Kaugummi (zuhause ebenfalls verboten) und als ich auf Nachfrage schließlich auf die Frage "you want anything to drink" destm,melt hatte - wie vorher mühsam gelernt - "may I have a glas of water" ein Cocacola (zuhause völlig tabu) erhielt, waren die fast drei Stunden Flugzeit (mit einer laut brummenden Propellermaschine) ein Stück Mädchenhimmel. In Berlin wurde ich meinem Großvater übergeben, ich sagte brav "thankyou and goodbye". An den Rückflug miot BEA kann ich mich nicht erinnern - er muss stinklangweilig gewesen sein. e

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