Unesco-Tagung 2018Die neuen Welterbestätten im Überblick

Auch die beiden deutschen Kandidaten haben es auf die Liste der Unesco geschafft. Wir zeigen die neuen Titelträger - und Orte, die auf der Roten Liste stehen.

Es ist ein Titel, der sowohl Ehre als auch Ärger, Touristenströme als auch Debatten mit sich bringen kann: Unesco-Welterbe. Denn mit der Auszeichnung ist neben viel Aufmerksamkeit auch die Pflicht zur Erhaltung des Einzigartigen verbunden - und wenn eine Sehenswürdigkeit auf die Rote Liste gefährdeter Stätten gesetzt wird, ist das mindestens schlechte Presse für die Verantwortlichen.

Obwohl bereits mehr als tausend Orte auf der Welt das begehrte Label tragen, bleibt die Liste der Bewerber lang. Bis zum 4. Juli trifft sich nun das zuständige Komitee im Emirat Bahrain zur Jahrestagung und gibt dabei die auserwählten Neuzugänge bekannt. Wir stellen die Gewinner aus aller Welt vor - sowie den neuesten Stand bei der Roten Liste.

Deutschland: die Grenzlandschaft von Haithabu und Danewerk

Die Wikinger-Siedlung Haithabu in Schleswig-Holstein hat es am Samstag in die Welterbe-Liste geschafft. Sie war ein zentraler Umschlagplatz für den damaligen Warenhandel aus Europa und Vorderasien, dank der Lage zwischen Nord- und Ostsee. Seit mehr als hundert Jahren graben hier Archäologen Zeugnisse der Wikinger-Kultur aus, ein Museumsdorf lässt diese für Besucher wieder lebendig werden. Wobei die Zahl der Komparsen historisch unkorrekt bleiben muss: Im 9. und 10. Jahrhundert lebten hier mindestens tausend Einwohner. Der Wikinger-Ort Haithabu ist zusammen mit dem Verteidigungswall Danewerk das größte Bodendenkmal Nordeuropas. Die ältesten Teile des Walles im heutigen Schleswig-Holstein stammen aus der Zeit um das Jahr 540 n.Chr., er war einst etwa 30 Kilometer lang - und sicherte im Früh- und Hochmittelalter die Südgrenze des alten dänischen Reiches.

Hier lesen Sie mehr zu den beiden deutschen Kandidaten 2018.

Bild: dpa 2. Juli 2018, 17:282018-07-02 17:28:34 © SZ.de/ihe/beu mit Material von AFP und dpa/kaeb/sks