Umstrittene Benimm-Broschüre Zell am See knickt Araber-Knigge

So funktioniert Urlaub in der Urlaubsregion Zell am See: Das sollten arabische Urlaubsgäste aus einer umstrittenen Broschüre lernen

(Foto: JR Photography - Fotolia)

Im Hotel nicht am Boden essen und "in das lachende Gesicht des Gegenübers schauen": So wollte die Tourismusgesellschaft in Zell am See den arabischen Gästen die österreichische Kultur näher bringen. Nach heftiger Kritik soll nun nachgebessert werden.

Von Martin Zips, Zell am See

Eine Benimm-Broschüre für arabische Touristen, die in der Urlaubsregion Zell am See verteilt worden war, ist zurückgezogen worden. Das Heft "Where Cultures Meet" hatte Gäste auf Englisch und Arabisch darüber informiert, dass man in Österreich den Müll nicht auf die Straße wirft, im Hotel nicht am Boden isst und "in unserer Kultur" gewohnt ist, "in das lachende Gesicht unseres Gegenübers zu schauen".

In der britischen Presse war von "Tourismus-Apartheid" die Rede. Die Tourismusgesellschaft Zell am See-Kaprun erklärte nun, einige Passagen hätten wohl zu Missverständnissen geführt. Marketingleiter Marco Pointner sagte gegenüber dem ORF: "Wir werden die Broschüre mit unseren Gästen und unserer Bevölkerung überarbeiten. Dann wollen wir sie neu auflegen."

In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der arabischen Gäste stark angestiegen. Touristen aus den Golfstaaten bildeten im Sommer die zweitstärkste Besuchergruppe - nach Deutschland.