Umfrage unter Passagieren Wer braucht noch Stewardessen?

Was könnte man weglassen, um dafür das Ticket billiger zu bekommen, fragte ein Meinungsforschungsinstitut. Dabei stellte sich heraus: Für die Passagiere zählt nur ein Mitarbeiter.

Von Katja Schnitzler

Da war der Beruf noch etwas ganz Besonderes: Jenny Jugo in der Rolle einer Lufthansa-Stewardess in "Die kleine und die große Liebe", Regie: Josef von Báky, Deutschland 1938.

(Foto: SCHERL)

Worauf wären Sie bereit, beim Fliegen zu verzichten? Wer nun "auf den Sitznachbarn" ruft, liegt falsch, hier geht es um Einsparpotenzial für die Airlines. Was also würden Sie weglassen, wenn Sie dann weniger für das Ticket bezahlen müssten?

Diese Frage hat TNS Emnid im Auftrag der Flugsuchmaschine Fly.com auch gestellt, und 1003 Deutsche antworteten: Die meisten fangen klein an und streichen den Tomatensaft (82 Prozent), dann brauchen sie auch keine Spucktüten mehr (55 Prozent). Ohne Tomatensaft sind die Toiletten nicht mehr so dringend nötig, 13 Prozent der Befragten könnten es ohne Bord-WC aushalten.

Und ohne Tomatensaft braucht man eigentlich auch keine Stewardess mehr, rechnet der sparsame Passagier weiter: Jeder dritte Deutsche würde auf die Flugbegleiter verzichten - ein niederschmetterndes Ergebnis für das Servicepersonal. Nur die Piloten sitzen noch relativ sicher auf ihren Plätzen: Trotz immer besserer Autopiloten würden nur drei Prozent der Befragten in einen Billigflieger ohne Kapitän steigen.

Und während 14 Prozent ihr Gepäck daheim lassen würden, um ein paar Euro zu sparen, hört der Geiz bei der Bequemlichkeit auf: Die Idee mancher Fluggesellschaften, Sitze durch Stehplätze zu ersetzen, finden nur zehn Prozent der Befragten gut.

Tomatensaft, Stewardessen, Toiletten? Es gibt noch so viel anderes Einspar-Potential, das bei dieser Umfrage gar nicht berücksichtigt wurde. Anscheinend waren TNS Emnid die originellen Sparvorschläge der Süddeutsche.de-Leser entgangen: Landung streichen, stattdessen Fallschirme verteilen. Passagiere einfrieren und im Frachtraum stapeln. Abheben allein durch Muskelkraft der Mitreisenden.

Sie haben noch bessere Ideen? Schreiben Sie sie auf. Die nächste Umfrage kommt bestimmt.