TouristenattraktionenWas genau gibt es hier eigentlich zu sehen?

Für den Erfolg einer Touristenattraktion ist eine gute Geschichte wichtiger als die Wahrheit. An diese acht Orte pilgern die Massen, obwohl nichts so ist, wie es scheint.

Von SZ-Korrespondenten

Es ist Ferienzeit, und strandlose Regionen, die den Besucherstrom in ihre Richtung lenken möchten, sollten zumindest mit etwas Symbolkraft aufwarten. Doch was genau macht einen Ort zum Ziel oder gar zur Attraktion? Sicher: Schönheit und kulturelle Bedeutung schaden nicht. Nun hat aber nicht jede Stadt einen Louvre oder eine Sagrada Família. Und hier kommt der für den Tourismus entscheidende Faktor ins Spiel: die Vorstellungskraft. Oder soll man sagen: Einbildung?

Marketingprofis haben jedenfalls früh verstanden, dass es wurscht ist, ob der Amerikaner wegen Ludwig II., Wagner oder Cinderella nach Neuschwanstein reist. Hauptsache, er bucht zwei Tage Verwöhnpension am Hopfensee und kauft ein Landhausdirndl, eine Kuckucksuhr und ein Smartphone-Cover mit bayerischer Rautenoptik. Was sehenswürdig ist und warum, entscheidet allein der Besucher. Authentizität? Spielt keine Rolle. Kreativität hingegen schon. Wie diese acht Orte zeigen, an denen der Tourismus den Gesetzen des Starkults folgt. Wo die Bedeutung fehlt, wird sie durch Projektion ersetzt. Große Kunst!

Marten Rolff

Bild: AFP 24. August 2016, 09:352016-08-24 09:35:08 © SZ/sks