Tipps für die Städtereise Wo Köln ist, wie es sein sollte

Wo Sie das frischeste Kölsch kriegen und die beste regionale Küche, welche Sehenswürdigkeit man in der Stadt am Rhein leicht übersieht und welchen Fehler Besucher im Nachtleben vermeiden sollten:

Köln-Tipps von SZ-Korrespondent Bernd Dörries

Städtereisende wollen vieles erleben, am besten aber Orte entdecken, die nicht in jedem Reiseführer oder jeder App zu finden sind. Wer könnte besser durch die Stadt führen als jemand, der dort wohnt oder zumindest eine ganze Weile gelebt hat? Süddeutsche.de hat Korrespondenten in deutschen Metropolen gebeten, "ihre" Stadt anhand eines Fragebogens zu präsentieren. Bernd Dörries verrät, in welchem Viertel Sie das echte Köln erleben, von wo aus Sie den besten Blick auf die Stadt haben und bewahrt Sie vor dem einzigen Fehler, den Sie im Kölner Nachtleben begehen können.

Klappe halten und einfach nur staunen: das Gerhard-Richter-Fenster im Kölner Dom.

(Foto: dpa)

Was macht Köln als Stadt aus?

Köln ist die schönste Stadt der Welt. Das sagen die Kölner. Das meinen sie ernst. Obwohl die Stadt an manchen Ecken eher aussieht wie ein Vorort von Bukarest. Der Krieg meint es nie gut, mit Köln hat er es besonders schlecht gemeint. Dafür die Menschen. Der Rhein. Der Dom. Das wärmt das Herz der Kölner. Und die Restwärme geben sie gerne ab. Es ist eine Stadt, die einen nicht kalt lässt. Und nicht alleine.

Diese Sehenswürdigkeit dürfen Sie nicht verpassen:

Den Dom kann man gar nicht verpassen. Manche übersehen aber das Gerhard Richter Fenster. Handy ausschalten, davor setzen, Klappe halten.

Was ist fast noch sehenswerter - doch nur wenige Urlauber wissen davon?

Die fast fertige Moschee in Ehrenfeld.

Dieses Viertel sollte man unbedingt besuchen:

Belgisches Viertel. Jede Stadt hat ja ihr so genanntes Trend-Viertel, von dem gesagt wird, hier sei es ein bisschen wie in Berlin. Im Belgischen Viertel sagt das niemand. Hier ist Köln, wie es sein sollte.

Den schönsten Blick hat man...

... vom Marienburger Bootshaus am Heinrich-Lübke-Ufer. Nach eigener Aussage das größte Bootshaus Europas. Nach Aussagen der Gäste das mit dem besten Blick auf Köln. Auf den Fluss, den Dom, die Brücken, den Sonnenuntergang. 80er Jahre Charme und eiskaltes Kölsch.

Das können Sie sich in Köln sparen:

Meiden Sie alle großen Kölner Plätze und Freiflächen. Wenn Sie denken, Sie könnten nach getaner Touristenarbeit auf einem schönen Platz bei einem Kaffee durchschnaufen, dann haben Sie sich getäuscht. Barbarossaplatz, Neumarkt, Rudolfplatz, die Kölner Plätze sind seit langem biologisch umgekippt und versiegelt, sie wurden von Bäumen und anderen ansprechenden Pflanzen bereinigt und einbetoniert. Ausnahmen sind der Brüsseler Platz (Siehe Seite 3) und der hübsche Biergarten am Rathenauplatz.