Tipps für den Urlaub Wohin reisen mit Handicap?

Auf Schienen ins Meer: eine "Seatrac"-Anlage im griechischen Alepochori (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Auf Schienen ins Mittelmeer, mit dem Großsegler nach Dänemark oder mit freiwilligen Helfern durch Israel: Körperbehinderte haben weltweit viele Möglichkeiten, im Urlaub aktiv zu sein.

Von Annika Brohm

Gen Norden mit dem Rollisegler

Die Wappen von Ueckermünde, Deutschlands erstes barrierefreies Großsegelschiff, ermöglicht Rollstuhlfahrern seit zehn Jahren das Segeln auf der Ostsee. Die Routen werden den Bedürfnissen der Teilnehmer angepasst - es gibt sowohl Tagestörns als auch mehrtägige Reisen an die Häfen Südschwedens oder Dänemarks, www.rollisegler.de

Im Kajak über Schweizer Seen

Das Projekt "Paddle Ability" der Schweizer Kajakschule Hightide soll Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen einen Zugang zum Paddelsport ermöglichen - zum Beispiel auf dem Brienzersee. Jedes Jahr lädt die Kajakschule zudem zu einem mehrtägigen Sommercamp ein, www.hightide.ch

Auf Schienen ins Mittelmeer

In Griechenland und Zypern können Rollstuhlfahrer dank eines innovativen Systems im Meerwasser baden. An zahlreichen Stränden gibt es "Seatrac"-Anlagen: Dabei wird der Urlauber auf einem speziellen Stuhl sitzend über ein Gleis ins Meer gefahren. Erfunden wurde das System von Wissenschaftlern der Universität im griechischen Patras - seitdem wurden insgesamt über dreißig Anlagen installiert. Der Süden Zyperns bietet viele behindertengerechte Strände, zudem haben sich Unterkünfte wie das C&A-Hotel im Ort Polis auf Rollstuhlfahrer spezialisiert, www.ca-hotel-apts.com

Outdoorsport auf Mallorca

In einem Blokart - einem Strandsegler - über den Sand, in einem Paragolfer über den Golfplatz, im Tauchanzug in die Unterwasserwelt: Auf Mallorca ist all das auch Körperbehinderten möglich. Die Organisation Fundación Handisport hat dort ein vielfältiges Freizeit- und Sportangebot für behinderte Menschen geschaffen; neun Sportarten sind im Angebot. In kleinen Gruppen können die Reisenden die Insel erkunden, www.handisportmallorca.org

Blinder Passagier

Ein Reisejournalist, der nicht sehen kann - geht das überhaupt? Ja, und zwar sehr gut, wie das Beispiel unseres Autors zeigt. Von Christoph Ammann mehr ...

Buschcamps in Afrika

Im Jeep durch die Weiten Namibias, im Boot über die Wasserläufe des Okavango: Das Unternehmen Endeavour Safaris hat sich auf Abenteuerreisen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen spezialisiert. Sowohl die Fahrzeuge als auch das Buschcamp sind behindertengerecht ausgestattet, www.endeavour-safaris.com

Freie Fahrt durch Amerika

Mit seiner vierwöchigen Reise durch die USA hat sich der Tetraplegiker Manuel Niederberger vor vier Jahren einen Traum erfüllt. Seine Eindrücke hat er in Texten, Bildern und Videos festgehalten. Auf dem Blog Free on wheels berichtet er von den Herausforderungen seiner Rundreise - und will so zeigen "wie viel Freiheit im Rollstuhl eigentlich möglich ist", www.freeonwheels.de

Südtirols Bauernhöfe

Drei Bauernhöfe, die sich unter dem Label Roter Hahn vermarkten, ebnen Reisenden mit Handicap den Weg in einen barrierefreien Urlaub - mit Blick auf die Gipfel der Dolomiten. Sowohl die Ferienwohnungen als auch die umliegenden Wege der Höfe im Eisacktal, Gsieser Tal und Sand in Taufers wurden behindertengerecht gestaltet, www.roterhahn.it

Israel barrierefrei

Die Freiwilligenorganisation Yad Sarah unterstützt Touristen mit Handicap auf ihrer Reise durch Israel. Rund 6000 ehrenamtliche Mitarbeiter bieten an mehr als 100 Standorten ihre Unterstützung an. Sie erklären zum Beispiel, welche Sehenswürdigkeiten barrierefrei zugänglich sind und haben behindertengerechte Vans, um Rollstuhlfahrer dorthin zu bringen, www.yadsarah.org.il

Begleitet um die Welt

Das Reisebüro Weitsprung hat sich auf die Organisation von betreuten Reisen für Rollstuhlfahrer, Blinde und Senioren spezialisiert - ein Erfolgsmodell. Mittlerweile betreiben die Gründer Martin Smik und Birgit Glöckner neben dem Hauptbüro in Marburg weitere Filialen in Hamburg, Bremen und Berlin. Rund 500 Freiwillige unterstützen die Betreiber bei ihrem Vorhaben, ihren Klienten Reisen in die ganze Welt zu ermöglichen. Im Gegenzug für Flug, Kost und Logis begleiten sie Menschen mit Behinderung in ihren Urlaub - vom Einchecken am Flughafen bis zur Assistenz im pflegerischen Bereich, www.weitsprung-reisen.de

Alles auf Zucker

Zwischen unserer Autorin und der Verwirklichung ihrer Traumreisen stand Diabetes. Sie fuhr trotzdem nach Tibet und Marokko. Ein Erfahrungsbericht. Von Edith Fuchs-Leier mehr...