Von Andreas Grote

Wer im Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen will, kann mit zusätzlichen Tarifen Geld sparen. Ein Überblick.

Für Wintersportler kann es dieser Tage teuer werden. Denn Telefonieren und vor allem im Internet surfen kostet im Ausland immer noch um ein Vielfaches mehr als in Deutschland. Wer in den EU-Staaten Urlaub macht, hat zumindest für das Telefonieren transparente Kosten.

Handy, Wintersport

Innerhalb der EU sind die Kosten begrenzt. In anderen Staaten aber kann die Handynutzung kostspielig sein. (© Foto: istock)

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Hier liegt die von der Europäischen Kommission festgelegte Obergrenze für ein abgehendes Telefonat innerhalb der EU bei maximal 54 Cent pro Minute, ankommende Gespräche kosten höchstens 26 Cent pro Minute. Das gilt für Handyverträge und Prepaid-Karten, auf die man ein Guthaben auflädt, gleichermaßen. Ein Anruf bei der Hotline des eigenen Mobilfunkanbieters vor der Abreise stellt sicher, dass der eigene Handytarif richtig auf den EU-Auslandstarif eingestellt ist.

Für Gespräche außerhalb der EU dürfen die Mobilfunkunternehmen eigene Preise diktieren und sind dabei etwa gleich teuer. So kosten beispielsweise bei T-Mobile Anrufe aus der Schweiz nach Deutschland immer noch 1,49 Euro pro Minute, aus Ägypten 2,99 Euro. Durch zubuchbare Auslandsoptionen lässt sich jedoch sparen. Ein Überblick über die Tarife der größten Mobilfunkanbieter.

"ReiseVersprechen" von Vodafone

Bei Vodafone gilt die Auslandsoption "ReiseVersprechen" neben den EU-Ländern auch in der Schweiz, Türkei, Australien, Neuseeland, Ägypten und Japan. Ein Gespräch aus diesen Ländern ins deutsche Festnetz kostet dann so viel wie ein normales innerdeutsches Handytelefonat - zuzüglich 75 Cent pro Gespräch. Im Ausland ankommende Telefonate kosten in der ersten Stunde pauschal 75 Cent pro Gespräch, danach jede Minute 20 Cent. Auch Kunden von Prepaid-Karten können das "ReiseVersprechen" von Vodafone buchen.

"Relax Holiday" von T-Mobile

T-Mobile-Kunden können mit "Relax Holiday" für zehn Euro 30 Inklusivminuten für Handygespräche in 36 europäischen Ländern erwerben. Zwar kostet dadurch die Minute für ein abgehendes Gespräch rechnerisch nur 30 Cent statt 54 im EU-Standardtarif, allerdings reduzieren auch die ankommenden Gespräche das Minutenguthaben und kommen dadurch teurer. Sind die 30 Inklusivminuten aufgebraucht, wird jede weitere Minute wieder nach dem EU-Standardtarif abgerechnet. Gebucht werden kann die Option nur einmal in vier Wochen.

"Reisevorteil" von E-Plus

Bei E-Plus gilt der "Reisevorteil" für die EU, Island, Norwegen sowie Liechtenstein. Für 29 Cent pro Minute zuzüglich einer einmaligen Gebühr von 75 Cent pro Anruf lässt sich innerhalb dieser Länder telefonieren. Ankommende Gespräche kosten ebenso 29 Cent pro Minute.

"My Europe Top" von O2

Bei O2 gibt es neben dem EU-Standardtarif die Option "My Europe Top" für 43 europäische Länder. Sie kostet acht Euro, dafür zahlt der Kunde einen Monat lang nur 39 Cent pro Minute für abgehende Gespräche und hat 100 Freiminuten für ankommende Anrufe. Ist dieses Kontingent ausgeschöpft, werden hierfür pro Minute ebenso 39 Cent berechnet.

Wer länger im Urlaubsland bleibt oder es öfter besucht, kann sich auch eine Prepaid-Karte eines dortigen Mobilfunkanbieters kaufen, da dann für ankommende Gespräche keine Gebühren anfallen. Je nach Urlaubsland günstiger sind spezielle Prepaid-Anbieter wie sunsim oder Tourist Mobile, die sich auf Auslandsverbindungen spezialisiert haben und in Deutschland vor Reiseantritt über das Internet und in Reisebüros zu kaufen sind.

Neben einer nicht ausgeschalteten Mailbox und aktiviertem Empfang von MMS-Bildnachrichten ist die größte Kostenfalle im Ausland jedoch die Datenverbindung ins Internet. So kostet das Aufrufen von www.sueddeutsche.de in einem EU-Land je nach Mobilfunkanbieter zwischen einem und fünf Euro.

Beim Abrufen der E-Mails empfiehlt sich daher das automatische Laden von Anhängen zu deaktivieren. Das Herunterladen von Programm-Updates sowie ständige Online-Bereitschaft sollten im Handy ebenso abgeschaltet werden, sonst sind schnell mehrere hundert Euro auf der Rechnung. Wer trotzdem ins Internet muss und nicht in ein Internet-Café gehen will, kann bei seinem Mobilfunkanbieter spezielle Auslands-Datentarife buchen, die teuer, aber überschaubar sind.

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(SZ vom 13.01.2009/beu)