Kunwar Gajendra Singh hat für uns sein Sonntagsgewand angezogen. Mit goldener Schärpe und Dolch an der Seite posiert der Landadelige für unsere Bilder in den Höfen und Gängen seiner Festung. Khimsar Fort liegt ungefähr da, wo man die Mitte Rajasthans vermuten würde.

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Wie eine Burg präsentiert sich der Sitz der Familie von Kunwar Gajendra Singh in der Wüste. (© Foto: Thomas Krull)

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Der ganze Ort scheint aus dem Fort zu bestehen. Wir können auch vom höchsten Turm aus keine Ansammlung von Häusern sehen, die die Bezeichnung Stadt rechtfertigen würde. Irgendwo jedoch muss es sie geben, die Stadt Khimsar.

Die einschlägigen Reiseführer berichten, sie sei ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung.

Das 1523 erbaute Fort wurde diverse Male umgebaut und vereint einige Baustile. Wer genau hinsieht, kann erahnen, in welcher chronologischen Reihenfolge die einzelnen Gebäudeteile und -flügel entstanden sind.

Am späten Nachmittag baut ein Puppenspieler sein Zelt im Hof auf. Unter Pfeifen und Trommeln werden zwei Puppen über der Bühne geschwenkt. Es lässt sich nur erahnen, wer von den beiden Holzköpfen der "Gute" und welcher der "Böse" ist. Das liegt vielleicht auch daran, dass wenig gesprochen wird im indischen Puppentheater, und das Wenige ist uns nicht verständlich.

Trotzdem ist es ein gelungener Abend. Wir hängen der Erinnerung an die Augsburger Puppenkiste nach, die der Puppenspieler nicht kennt, obwohl er schon einmal in Deutschland war. Plaudern noch ein wenig mit unserem Gastgeber, der gerade von der Internationalen Tourismusmesse in Deutschland zurückgekehrt ist und nur den Kopf darüber schüttelt, wie kalt und regnerisch es in unserer Heimat ist. Stimmen ihm zu, und sind froh, in seiner Heimat zu Besuch zu sein.

Nach unserem Ruhetag in Khimser wollen wir morgen weiter nach Jaisalmer, der goldenen Stadt Rajasthans. Dort erfahren wir, warum die Stadt diesen Namen trägt, und wir treffen einen Mann, der uns mit in das Wüstendorf Khuri nimmt.

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