Spanien Das Glück liegt in der Wüste
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Wo derzeit noch ein Werbe-Stier über die karge Steppe nördlich von Saragossa schaut, soll schon bald ein Casino -und Freizeitparadies aus dem Boden gestampft werden.
Ein Hauch von Las Vegas in Nordspanien: Mitten in der Wüste Aragoniens soll eine Stadt aus dem Boden gestampft werden, in der sich alles um Glücksspiel und Freizeitvergnügen dreht. 32 Hotel-Casinos, mehrere Freizeitparks, ein Golfplatz, eine Galopprennbahn, ein Opernhaus, Museen und Wohnviertel sind geplant. Investoren wie Lokalpolitiker hoffen, dass das ehrgeizige Projekt "Gran Scala" die Touristen künftig in Scharen anlockt.
Nordspanien Eine Glitzerstadt für die Wüste
Die International Leisure Development (ILD), ein in Großbritannien ansässiges Investoren-Konsortium, hat das Vorhaben auf den Weg gebracht. Ihre Ziele sind ehrgeizig. Pro Jahr rechnen die Kapitalgeber mit 25 Millionen Besuchern, bei einer maximalen Kapazität von bis zu 35 Millionen Gästen.
Von einer "Freizeitstadt für alle Altersgruppen", schwärmt Jaime Riera, einer der wenigen spanischen Investoren. "Es wird die erste europäische Stadt dieser Art sein." Etwa eine Autostunde von Saragossa entfernt, liegt die Steppe von Los Monegros bislang noch karg und relativ öde da. Doch schon bald sollen auf einer Fläche von 2000 Hektar die Touristen flanieren.
Sämtliche Attraktionen werden den Plänen zufolge um 16 historische Themen von der Steinzeit über die Antike bis zur Gegenwart gegliedert werden. Für eine gute Erreichbarkeit sollen zwei dreispurige Straßen und eine Straßenbahn sorgen.
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Unklar ist noch, wann das vorläufig "Gran Scala" getaufte Projekt vollendet sein soll. Sicher ist aber, dass die regionale Regierung Aragoniens grünes Licht für das 17 Milliarden Euro teure Vorhaben gegeben hat. Vor allem über die rein private Finanzierung sind die Politiker entzückt, die 30.000 angepeilten neuen Jobs sind ebenfalls ein gutes Argument.
Modernisierte Infrastruktur
"Das ist ein interessantes Projekt. Wir haben uns bemüht, alle notwendigen Startbedingungen zu schaffen", erklärt ein Regierungssprecher Aragoniens. Die Initiatoren des Projekts sind mit diesem wohlwollenden Empfang äußerst zufrieden und rühmen im Gegenzug die natürlichen Vorzüge der 1,2 Millionen Einwohner zählenden Region. Sie setzen auch auf die touristischen Nachwirkungen der Weltausstellung Expo im kommenden Jahr in Saragossa, für die die Infrastruktur Aragoniens gerade modernisiert wird.
Ursprünglich waren als Standorte auch Frankreich und Dubai angedacht, aber wieder verworfen worden. Spätestens Ende 2008 könnten den Angaben zufolge die Bagger rollen.
Doch es gibt auch kritische Stimmen. Adolfo Barrena, Abgeordneter der ökologisch-kommunistischen Koalition Izquierda Unida (IU), macht ökologische Bedenken geltend. Das Konzept nicht nachhaltig, moniert er. Das weisen die Initiatoren von ILD zurück. Sie versprechen, dass die Spielautomaten, Freizeitparks und Hotels des "europäischen Las Vegas" überwiegend mit Sonnen- und Windenergie betrieben werden.