Von Von Moritz Attenberger

Erst ruhiges Wasser, dann schäumende Fluten: Paddeln auf der Isar ist der ideale Kurztrip für einen heißen Tag.

"Baddln is lässig!" steht groß auf einem T-Shirt. Das Bild darunter zeigt schäumendes Wildwasser und mittendrin ein Kajak mit behelmtem Fahrer, der offenbar alle Hände voll zu tun hat, nicht zum Spielball der Wassermassen zu werden.

Isar

Vom Bayerischen Oberland bis nach München - eine Paddeltour auf der Isar ist ein abwechslungsreicher Sommertrip. (© Attenberger)

Anzeige

Wer wissen will, wie lässig Paddeln wirklich ist, sollte es erst einmal locker angehen lassen und einen ein- oder mehrtägigen Schnupperkurs buchen. Für eintägige Bootswanderungen per Kajak, Kanu oder Schlauchboot ist der Isarabschnitt von der Staumauer des Sylvensteinsees bis München ein Traumrevier. Auf der landschaftlich wunderschönen Strecke bereitet der Einstieg in den faszinierenden Wassersport kaum Probleme.

Überwindung vor dem Ausstieg unter Wasser

Damit man sich auf das nasse Abenteuer gut vorzubereiten kann, beginnen die meisten geführten Touren und Kurse mit Übungen in einem See. Mit dem Kajak absichtlich umzukippen und unter Wasser auszusteigen, kostet Überwindung, ist aber für die eigene Sicherheit unerlässlich. Schon nach kurzer Zeit beherrschen alle Aspiranten das kippelige Gefährt recht gut, damit verliert auch die bevorstehende Isarbefahrung ihre Schrecken. Ausgerüstet mit Neoprenanzug, Spritzdecke, Schwimmweste und Helm wagt sich die Gruppe auf den Fluss.

Für die ersten Versuche im "Wildwasser" bietet sich die Isar an: von Wildwasser I bis II, will sagen unschwierig und mäßig schwierig, bis zur VI, an der Grenze der Befahrbarkeit, reicht die Schwierigkeitsskala des Münchner Hausgewässers. Gemütliches Paddeln steht also am Anfang, doch schon bald verkündet ein fernes Rauschen das Nahen der ersten WW-II-Stelle. Immer schneller wird der Fluss, kleine Wellen schlagen über dem Bug des Kajaks zusammen, die Strömung schiebt das Boot frontal auf eine Felswand zu. Zeit die Bremse zu ziehen: also Kurve einleiten, dann heftige Paddelrückschläge, Hüfte drehen, Bug rumkriegen - geschafft! Die erste Feuerprobe ist bestanden.

Die Strömung lässt nach. Endlich bleibt den Fahrern Zeit zum Schauen und genießen. Auf den glasklaren Fluten treibt das Kajak gemächlich dahin, während am Ufer die idyllische Landschaft mit den sanften Linien der Voralpen im Hintergrund vorbeizieht. Längst machen die schnelleren Abschnitte keine Probleme mehr, man hat Spaß an der Geschwindigkeit und am spritzenden Wasser und horcht voller Vorfreude nach dem nächsten Rauschen eines Schwalls. Nach einem halben Tag auf dem Fluss ist man wie verwachsen mit dem Kajak. Da fällt das Aussteigen schwer, das Verstehen dagegen leicht. "Baddln is echt lässig!" Wo gibt es eigentlich dieses T-Shirt?

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Wo die Deutschen wohnen

Die Nationalmannschaft logiert während der EM an einem exklusiven, schnörkeligen Ort. Reise-Beilage zur EM Jetzt lesen ...