Skigebiete in Bayern: Investitionen:Ein Tunnel für Tourengeher

Skiorte in den bayerischen Alpen investieren Millionen in Lifte und Infrastruktur - eine Auswahl.

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(Foto: dapd)

Spitzingsee/Tegernsee Der Rosskopf ist nicht nur einer der besten Aussichtsgipfel im Oberland, er ist der attraktivste Skiberg im Spitzinggebiet. Schließlich beginnt dort oben die vier Kilometer lange Grünseeabfahrt, die nicht nur die anspruchsvollste Abfahrt am Spitzing ist, sondern auch die schönste. Allein, wer bislang auf den Rosskopf wollte, der musste einiges in Kauf nehmen. Entweder schnallte er sich Tourenski an und stapfte die 500 Höhenmeter vom Parkplatz auf den 1580 Meter hohen Gipfel hinauf - was an sonnigen Tagen eine schweißtreibende Sache ist. Oder er nahm den uralten Tellerlift. Mit seiner extrem steilen und vereisten Trasse war der freilich nur etwas für geübte Skifahrer. Nun ist alles anders - ein funkelnagelneuer Zweiersessellift führt auf den Roßkopf. Mit der Ruhe, die bisher am seinem Gipfel herrschte, dürfte es freilich dahin sein. Der Sessellift schaufelt pro Stunde bis zu 1200 Skifahrer nach oben.

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(Foto: AP)

Lenggries Am Hausberg der Münchner basteln sie weiter an der Beschneiung. Denn vor allem am hinteren Brauneck mit seinen vielen einfachen und mittelschweren Pisten schleckt die Sonne den Schnee so schnell weg, dass regelmäßig nichts mehr geht. Das will Peter Lorenz von der Brauneckbahn mit einen riesigen Speicherteich auf der Garlandalm ändern. Der zwei Fußballfelder große Teich soll einmal bis 100 Millionen Liter Wasser fassen - was in jedem Fall ausreicht, das gesamte Skigebiet zu beschneien. Zwar geißeln Umweltschützer die Pläne als "viel zu gigantisch". Aber Lorenz ist zuversichtlich, dass die Bauarbeiten nächstes Frühjahr anlaufen. Diesen Winter also müssen die Münchner Skifahrer noch auf viel Naturschnee hoffen.

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(Foto: dpa)

Berchtesgaden Die Beschneiung am anspruchsvollsten Skiberg in Berchtesgaden, dem Jenner, ermöglicht eine sichere Abfahrt ins Tal. Vom Gipfel bis zum Parkplatz am Königssee sind es mehr als fünf Kilometer, in den Ostalpen finden sich nicht viele Abfahrten, die länger sind. Insgesamt verfügt der Jenner über acht Aufstiegshilfen. Familien und Skifahrer ohne Rennanspruch können die beiden kleineren Gebiete ansteuern. Landschaftlich sehr reizvoll liegt das Roßfeld (fünf Lifte), ähnlich vom Schwierigkeitsgrad her sind die Pisten am Obersalzberg (ebenfalls fünf Lifte).

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(Foto: iStockphoto)

Reit im Winkl Auf der Winklmoosalm schnaufen die Liftbauer heuer durch. Nach der Eröffnung der neuen Kabinenbahn von Seegatterl ins Skigebiet im vergangenen Winter gibt es heuer nur kleinere Neuerungen: Von der österreichischen Seite des Gebiets, der Steinplatte, können die Skifahrer künftig ohne den langen Ziehweg zurück nach Bayern. Die neue Route führt über den Gipfel des Scheiblbergs. Am Parkplatz erwartet Freunde des Après Ski eine neue Alm. Wer ohne Carver oder Snowboard raus will, kann in Reit im Winkl auch bei schlechter Schneelage auf beschneite Loipen ausweichen. Am 18. Dezember wird der neue Winterwanderweg "Kaiserblick" eröffnet.

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(Foto: DPA/DPAWEB)

Oberaudorf Viele Durchreisende bemerken gar nicht, dass sich auch im bayerischen Inntal Winterurlaub mit Atmosphäre machen lässt. Seit September darf sich Niederaudorf "schönstes Dorf in Deutschland" nennen. Nur wenige Kilometer entfernt, am Hocheck in Oberaudorf, können Familien gemütlich Ski fahren. Auch am Abend, dank einer starken Flutlichtanlage. Vom 7. bis 23. Januar und vom 18. bis 27. Februar gibt es bei vielen Vermietern den Skipass inklusive. Und wer mal andere Pisten sehen will, profitiert von der zentralen Lage Oberaudorfs: Aufs Sudelfeld oder in die nächsten großen österreichischen Skigebiete ist der Weg kurz.

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(Foto: dapd)

Garmisch-Partenkirchen Natürlich steht in diesem Winter alles im Zeichen der Ski-Weltmeisterschaft. Doch die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) verspricht, dass sich die Auswirkungen für den Normalskifahrer in engen Grenzen halten. Lediglich die Kandahar- und die Hornabfahrt werden von Ende Januar an für den Rennlauf gesperrt sein. Da aber der Trögelhang nun mit einem Tunnel unterquert werden kann, ist das Gebiet von der Alpspitze bis zum Hausberg durchgängig befahrbar. Skifahrer mit Karten können sogar einen Blick auf die Rennen werfen. Wer sich eine WM-freie Zone wünscht, kann auf die Zugspitze ausweichen. Dort wird auch wieder ein Funpark aufgebaut, an neuer Stelle auf einem großzügigeren Areal als bisher.

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(Foto: iStockphoto/Emiliano Rodriguez)

Oberammergau Für die Puristen deutet es auf das Ende des Skibergsports hin, für die Trend-Tourengeher ist es ein beispielloser Service: Oberammergau bietet die erste beschneite Skiroute in Deutschland. Schnee- und Lawinensicher können die Pistenfreunde und Konditionstiere unter den Tourengehern die 450 Höhenmeter auf den Kolben hinaufsteigen. Damit sie mit den Abfahrern nicht in Konflikt geraten, haben die Oberammergauer zum Queren der Piste sogar einen 18 Meter langen Tunnel gebaut. Wer oben dann in freiem Gelände noch weiter will, ist auf eigene Verantwortung unterwegs. Kosten soll der neue Service nichts, nur das Parkticket müssen die Tourengeher lösen.

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(Foto: dpa)

Oberstdorf Das Allgäu ist als Destination für die Ski-Touristen nun besser erschlossen denn je: Die Fernstraßen A7, A96 und die B12 sind ausgebaut, zudem kann Oberstdorf mit dem sogenannten Schnee-Express Allgäu werben. Dieser Sonderzug fährt vom 12.Dezember bis 3.April jeden Sonntagmorgen und -abend von Stuttgart über Ulm nach Oberstdorf - natürlich mit mehreren Zustiegsmöglichkeiten. Die Bahnreisenden kommen nicht nur entspannter an, sondern erhalten auch noch verbilligte Tagesskipässe und können auch Skier und Snowboards günstiger leihen. Weitere Infos im Internet unter www.bahn.de/regional. Mit 69 Pisten-Kilometern, 150 Loipen-Kilometern und fast 13000 Betten gehört Oberstdorf zu den größten Skigebieten der bayerischen Alpen.

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(Foto: iStockphoto)

Hörnerdörfer Der Verbund der Hörnerdörfer rund um Fischen im Allgäu hat enorm viel Geld in die Hand genommen, um seine Infrastruktur aufzurüsten. Allein Ofterschwangs Skigebiet investierte 5,5 Millionen Euro in neue Beschneiungsanlagen und Lifte. Bei der Geißrückenalp entstand ein gigantischer Speicherteich, der mehr als 100000 Kubikmeter Wasser fasst. Bolsterlang wirbt mit einem neuen Höhen-Winterwanderweg - sieben Kilometer lang und einer der längsten im Allgäu. Zudem gibt es ein neues Skischulangebot und ein Übungsgelände für Anfänger. In Fischen eröffnet am 17. Dezember das Explorer Hotel, nach eigener Auskunft das "erste zertifizierte Passivhotel Europas". Das Spa-Hotel Hubertus in Balderschwang ließ sich den Umbau zur "Alpin Lodge" mit zwölf zusätzlichen Loggias und vier Suiten etwa fünf Millionen Euro kosten. Und in Grasgehren präsentiert sich der aufgehübschte Fun Park Allgäu-Outlet am neuen Standort auf der Riedberghornseite. Von der Skischaukel, die der dortige Liftbetreiber über das Riedberger Horn errichten möchte und die Umweltschützer heftig bekämpfen, hat man dagegen seit Monaten nichts mehr gehört.

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(Foto: N/A)

Die größten Skigebiete im Voralpenland auf einen Blick.

© SZ vom 9.12.2010 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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