Skigebiete Fahren in Zahlen

Ganz schön was los wieder in diesem Winter.

(Foto: Illustration: Sead Mujic)

Von 007 bis 327 Millionen: Bei den Neuigkeiten dieses Alpen-Winters geht es mal um wenige Zentimeter, mal um viel, sehr viel mehr.

Von Dominik Prantl

Seit Jahren geht der Trend in den Skigebieten in die gleiche Richtung. Investiert wird vor allem in mehr Komfort, größere Schneesicherheit und kürzere Wartezeiten, verfeinert wird dann alles mit ein wenig Gastronomie und Umweltfreundlichkeit. Die Neuerungen des Winters in Zahlen.

007 ist heuer im Auftrag des Marketings unterwegs, und zwar für Sölden, den Drehort des Bond-Films "Spectre". Auf 3050 Meter lassen die Bergbahnen eigens für die Bond-Ausstellung namens "Elements 007" ein gewagtes Gebäude neben dem Restaurant Ice Q in den Gaislachkogel treiben.

5 Zentimeter mehr Platz pro Sitz haben Skifahrer durch den Neubau der Ifenbahnen im Kleinwalsertal, der laut verantwortlicher Skigesellschaft "leisesten und komfortabelsten Bahnen in den Allgäuer Alpen". Ganz billig ist der Spaß nicht: Insgesamt kostet die Modernisierung des Skigebiets am Ifen 40 Millionen Euro.

10 Sitzplätze sind neuerdings in österreichischen Gondelbahnen das Maß der Dinge. So erleichtern neue Zehner-Einseilumlaufbahnen unter anderem am Wildkogel, am Patscherkofel (siehe 30 000), im Kleinwalsertal (siehe 5) in St. Johann, in Finkenberg, am Spieljoch oder auch in Saalbach-Hinterglemm die Massenabfertigung.

15 Hektar Freerideareal (vulgo: unpräpariertes Skigelände) erschließt die neue Zehner-Gondelbahn auf das Pfeifferköpfl am Wildkogel. Interessanterweise lassen sich an dem Beispiel damit zwei Entwicklungen ablesen: Der Wunsch nach mehr Komfort in der Bahn, aber offenbar weniger Bequemlichkeit auf Skiern.

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50 Prozent Rabatt gibt es je nach Wetterprognose auf einen Tagesskipass im schweizerischen Skigebiet Pizol; zumindest im günstigsten Fall, was wiederum eine Frage der Perspektive ist: Je weniger günstig die Vorhersage von SRF Meteo fürs Skifahren ausfällt, desto mehr Franken spart man an der Tageskarte. Eine solche ist frühestens sieben Tage im Voraus verfügbar.

58 Euro kostet eine Fahrt im günstigsten Fall mit dem Flixbus von München zum Stubaier Gletscher und zurück - inklusive Skigepäck und Skipass. Weil allein Letzterer mit 47 Euro zu Buche schlägt, rechnet sich die Anreise mit dem Auto wohl nur dann noch, wenn man einen Neunsitzer-Bus bis auf den letzten Platz füllt. Insgesamt fährt das Fernbusunternehmen diesen Winter 23 Skigebiete an, darunter auch Kitzbühel und den Wilden Kaiser.

92 Schweizer Franken, also 79 Euro, sind für den Tagesskipass im Zweiländerskigebiet Zermatt-Cervinia an der schweizerisch-italienischen Grenze fällig. Dagegen wirken die 82 Franken in St. Moritz schon fast wie ein Schnäppchen. Und den Tagesskipass im Großglocknerresort gibt es da für 46,50 Euro quasi geschenkt.

110 Prozent Steigung oder knapp 48 Grad bewältigt die neue Standseilbahn Schwyz-Stoos in der Schweiz. Sie ist damit die steilste Standseilbahn Europas. Von Dezember an führt sie auf neuer Trasse von Schwyz ins Zentrum von Stoos und überwindet beinahe aufzugsgleich auf nur 1547 Metern Länge unglaubliche 744 Höhemeter.

400 Hotspots machen Internetzugang im Skigebiet Ski Amadé nahezu flächendeckend verfügbar. Auch immer mehr Gondeln zwischen Schmittenhöhe und Val Thorens bieten neuerdings Wlan, was die Frage aufwirft, warum die Wischtelefonnutzer nicht gleich zu Hause bleiben.

540 PS hat der neue "Gourmettower", ein mobiles Restaurant im Schweizer Skigebiet Grächen. Es besteht aus einem Pistenfahrzeug mit Küche und Bar. Das Dach ist begehbar und dient als DJ-Pult oder Tanzbühne, natürlich ist auch hier Wlan vorhanden. Das Ganze hat seinen Preis: In der Gruppe kostet das Fondue beispielsweise 50 Franken. Pro Person.

820 Euro muss man heuer für die Saisonkarte im österreichischen Megaskigebiet zwischen St. Anton und Warth hinlegen. Zum Vergleich: Die Saison in Kitzbühel ist vom 11. Dezember an für 666 Euro zu haben; in Garmisch-Partenkirchen sind für ein Winterabo in den beiden Skigebieten Zugspitze und Classic ( 60 Pistenkilometer) immerhin 492 Euro fällig.

1500 Gäste finden in der Dachstein-Region in der neu errichteten "Alm-Arena" Platz, wobei schon alleine der Name die Alm-Traditionalisten erschaudern lässt. Noch mehr Gänsehaut gefällig? Der 5,5 Millionen teure Gastronomiebetrieb wirbt mit "Musik von Schlager bis Dance-Music, Getränke von der klassischen Williams-Birne bis hin zu coolen Drinks oder Kulinarisches von Bauernkrapfen bis Burger".

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3213 Meter beträgt an der neuen Zugspitz-Seilbahn der Abstand zwischen Stütze und Bergstation. Damit handelt es sich um das größte Spannfeld einer Seilbahn weltweit. Sie besitzt außerdem universumsweit die höchste Stahlbaustütze einer Pendelbahn (127 Meter) und den größten Gesamthöhenunterschied in einer Sektion (1945 Meter). Sie wird am 21. Dezember eröffnet, dem kürzesten Tag der Nordwelt.

30 000 Quadratmeter Wald werden am Patscherkofel bei Innsbruck aufgeforstet, weil eine Zehner-Einseilumlaufbahn die bisherigen vier Liftanlagen ersetzt - heißt es zumindest auf der Webseite der Patscherkofelbahn. Seitens des Alpenvereins heißt es allerdings, dass leider nicht bekannt sei, wie viel Wald an anderer Stelle dafür abgeholzt wurde.

170 000 Kubikmeter Wasser fasst der neue Speicherteich im Skigebiet Warth-Schröcken, was etwa einer Million Badewannen entspricht. Zu einem Superlativ reicht das nicht. Die künstlich angelegten Seen am Tiefenbachferner in Sölden oder im Skigebiet Zauchensee speichern das Zwei- bis Dreifache. Insgesamt investieren die österreichischen Seilbahnen allein diesen Winter 107 Millionen Euro in Beschneiung.

670 000 Personen können in den zwölf Skigebieten von Dolomiti Superski transportiert werden - pro Stunde. Zudem sind nach Investitionen von 70 Millionen Euro nun 97 Prozent der 1200 Pistenkilometer beschneibar.

47 Mio. Euro werden allein im Skigebiet Jenner bis Frühjahr 2018 in eine neue Zehner-Kabinenbahn und zwei Sechser-Sessellifte investiert. Das Projekt an dem Ausflugsberg im Berchtesgadener Land ist das derzeit aufwendigste im deutschen Alpenraum. Laut dem Verband Deutscher Seilbahnen ist den deutschen Seilbahnen der kommende Winter insgesamt 70 Millionen Euro an Investitionen wert.

327 Mio. Tage verbringen die Deutschen pro Jahr mit Wintersport. Etwa 46 Millionen davon sind Skitage, an denen die Bergbahnen genutzt werden. Die restlichen Tage verteilen sich auf Langlaufen, Winterwandern, Rodeln und Skitouren. Dies geht aus der aktualisierten Grundlagenstudie "Wintersport Deutschland" hervor, erstellt von einem Team um Ralf Roth von der Deutschen Sporthochschule Köln. Demnach sind von den 22,9 Millionen Deutschen, die aktiv Wintersport treiben, nur 6,3 Millionen Alpinskifahrer.

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