Skifahren in Österreich Das Skigebiet Galtür

Erst wenn die steilen Bergflanken etwas zurücktreten, eine flache Ebene den Talboden bildet, und die Straße plötzlich schneebedeckt ist, dann steht fest: man ist in Galtür.

Von Stefan Herbke

Hier in Galtür, im Talschluss des Paznaun, ist der Winter zu Hause, weiter geht es nur noch mit der Pistenraupe, die Straße über den Silvrettapass hat Wintersperre. Oder mit Ski, auf Loipen oder mit der Birkhahnbahn, die direkt ins Skigebiet unter der Ballunspitze, dem markanten Hausberg von Galtür, führt.

Ski Skifahren in Österreich

(Foto: Foto: Silvretta Bergbahnen Galtür)

Ja zum Skigebiet, Nein zum Sommerski

Ein kleines, familiäres Skigebiet, das durchaus größer sein könnte, denn Berge gäbe es genug. Doch als über weitere Erschließungen und ein großes Sommerskigebiet im Jamtal diskutiert wurde, entschieden sich die Einheimischen im Jahr 1976 ganz bewusst dagegen.

Die eigensinnigen Galtürer, wie sie sich stolz bezeichnen, bewiesen Weitsicht und können heute, neben dem vorhandenen, abwechslungsreichen Skigebiet, ihren Gästen eine unberührte Hochgebirgsnatur bieten, die immer wertvoller wird. Dennoch ist man stets offen für neue Ideen und verschließt sich nicht neuen Trends. Wie in Ischgl wird auch in Galtür die Saison mit Events gestartet und beendet, wenngleich die Interpreten eine Nummer kleiner sind - und damit ganz gut zum Ort und seinen Idealen passen.

Eine Katastrophe bringt Schlagzeilen

Galtür im Talschluss des Paznaun hat eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Aus dem kleinen Bergdorf, in dem der Winter über ein halbes Jahr dauert, wurde ein kleiner Urlaubsort, in dem im Winter weit mehr Leute wohnen als in den Sommermonaten.

Hotels, Pensionen und Gasthäuser prägen den Ort, der durch das tragische Lawinenunglück im Februar 1999 schlagartig weltweit traurige Berühmtheit erlangte. Die Wunde im Ort schließt ein neuer Lawinenschutzdamm mit dem Alpinarium, einem Themenmuseum zur Kultur- und Naturgeschichte der Region.

Mit Komfort in den Winter

Die Birkhahnbahn war viele Jahre das Herzstück des Galtürer Skigebietes, nicht zuletzt weil hier bei Flutlicht der Skitag erst Nachts gegen 22.30 Uhr endet. Die komfortable Vierersesselbahn erschließt die breiten Hänge im Talschluss, die nördlich unter der markanten Pyramide der Ballunspitze bis zum Zeinisjoch reichen.

Dabei sind die Abfahrten gleich neben der Bahn steiler, werden aber im Bereich des benachbarten Alpkogel- und Klein-Zeinislifts zunehmend flacher. Seit dem Winter 2004/2005 entlastet die neue Alpkogelbahn, eine Achtergondelbahn, den Hauptzubringer und entzerrt damit die Skifahrerströme.

Die Ballunspitzbahn führt schließlich bis dicht unter den steilen Gipfelaufbau des gleichnamigen Gipfels, Startpunkt der längsten Abfahrt, die bis Galtür fast 600 Höhenmeter überwindet. Jenseits des Geländerückens führen flache Pisten zum Stausee Kops sowie zur Breitspitzbahn, die schöne nordseitige Pisten und Tiefschneehänge erschließt.

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