In den Teton-Bergen in Wyoming kann man Harrison Ford, Sandra Bullock und Jim Carrey treffen. Und Extremskifahrer, die sich matterhornähnliche Hänge hinabstürzen.
Die 77-Meter-Klippe? Nicht zu sehen. Es herrscht Nebel, dass man die Hand vor Augen nicht erkennt. Vielleicht ist das besser so. Unten im Ort ist sowieso niemand scharf darauf, ständig auf den Verrückten angesprochen zu werden.
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Im Januar ist Jamie Pierre von einer Klippe gesprungen, auf Skiern. Der Weltrekord-Flug dauerte vier Sekunden, 77 Meter tief ging es hinab. Der Vater einer zwei Monate alten Tochter landete kopfüber, schlug ein zwei Meter tiefes Loch in den Schnee, aus dem er bis auf eine aufgeplatzte Lippe unverletzt herauskroch und somit einem verschlafenen Nest irgendwo in Wyoming in die Schlagzeilen verhalf: Grand Targhee. Nie gehört?
Genau das ist das Problem, ist Fluch und Segen des Örtchens am Fuße der Teton-Berge.
Grand Targhee besteht aus einer Handvoll Häuser, am Morgen heulen die Huskys, Menschen sind weit und breit nicht zu sehen. Von einer Hauswand schaut ein übergroßer Indianerschädel herüber. Das Mini-Eishockeyfeld liegt unter einer Schneeschicht begraben. Irgendwo brummt ein Skilift.
Die Tourismus-Chefin lädt zur "Tour durch den Ort". Nach fünf Minuten ist sie beendet. Willkommen in Grand Targhee, auf der ruhigen Seite der Tetons.
Dabei dachten wir, die ruhige Seite schon erlebt zu haben: Jackson Hole, das weltbekannte und doch so entspannte Skigebiet auf der anderen Seite des Teton-Passes. Doch in Grand Targhee ist es noch mal um einiges stiller als drüben beim großen Bruder. Nur eins haben sie hier im Überfluss: Schnee.
Für Jamie Pierres fragwürdige Meisterleistung waren diese Schneemassen wesentlich. Sieben Jahre habe er gewartet, bis die Bedingungen am Fred's Mountain für seinen Wahnsinnssprung perfekt waren: meterdicker und zugleich flauschig weicher Schnee.
Der Sprung war eine Verzweiflungstat - der 32-Jährige verdiente als Skiprofi nicht genug, arbeitete als Gelegenheitsschreiner beim Vater -, war aber auch Glaubensbekenntnis: Sein Gelingen zeuge von der Stärke des christlichen Glaubens, sagte Pierre. Die Tourismus-Chefin wirft die Stirn in Falten und verweist auf mehrere Todesfälle bei erheblich geringeren Sprunghöhen. Nachahmer können sie hier nicht gebrauchen.
Ihre Angst ist berechtigt.
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Zum Artikel: Die Jackson Hole Air Force ist kein Base Jumper-Team sondern war ein geheimer Club von Skifahrern die es zu ihrem primären Ziel gemacht haben, möglichst viele Absperrungen innerhalb des Jackson Hole Ski Resorts zu missachten. Das war in den 80ern. Wird in dem gleichnamigen Film detailliert beleuchtet.
Zum oberen Kommentar: Chad Vanderham, der Skifahrer, den Doug Coombs retten wollte, ist ebenfalls tot. Nachzulesen hier: http://www.summitdaily.com/article/20060405/NEWS/60406002
Hallo liebes sueddeutsche.de Team,
wenn Ihr schon Artikel über die Gefährlichkeit des Extremskifahrens schreibt, dann recherchiert doch in Zukunft etwas oder schreibt den Artikel nicht so reisserisch. Doug Coombs ist nicht durch Skifahren an sich ums Leben gekommen, sondern vielmehr bei dem Versuch einer Person das Leben zu retten, welche auch noch am Leben ist und ebenfalls nicht durch extreme Unüberlegheit oder halsbrecherische Tricks in diese Situation geraten ist!
Vielen Dank