Einer Studie zufolge besteht kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen zu engen Sitzreihen und der Gefahr von Thrombose - daher bleibt es an Bord bei durchschnittlich einer Armlänge zum Vordermann.

Fluggäste können vorerst nicht mit mehr Beinfreiheit rechnen. Eine Studie habe keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen zu engen Sitzreihen und der Gefahr von Thrombose feststellen können, sagte ein Sprecher der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Nur wenn ein Zusammenhang festgestellt worden wäre, hätte man einen Mindestabstand festlegen können.

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Die EASA hatte im Juni 2007 angekündigt, dass ein Mindestabstand zwischen den Sitzen im Flugzeug möglicherweise bereits 2008 verpflichtend werden könnte. Sie gab dazu die Studie in Auftrag, deren Ergebnisse die Behörde zunächst nicht veröffentlichte.

Da in der Untersuchung nun kein Zusammenhang zwischen zu engen Sitzreihen im Flugzeug und der Gefahr von Thrombose festgestellt werden konnte, bleibt es bei einzig der Voraussetzung, dass es möglich sein muss, die Passagiere binnen 90 Sekunden zu evakuieren.

Wie groß dabei der Abstand zwischen den Sitzen ist, regeln die Fluggesellschaften selbst. Die kleinsten Abstände liegen nach Branchenangaben bei etwa 70 Zentimetern. In den nobelsten Klassen der Fluggesellschaften können sie bis zu fast zwei Meter betragen. Im Durchschnitt beträgt der Abstand zwischen zwei Sitzen etwa 75 Zentimeter, auch bei vielen Billigfliegern. Bei klassischen Fluggesellschaften sorgen meist fast zehn Zentimeter mehr Abstand für mehr Sitzkomfort.

"Die Sitzabstände werden immer enger"

Die CDU-Bundestagsabgeordnete und Tourismusexpertin Rita Pawelski hatte zuvor in der Bild-Zeitung eine einheitliche Regelung für den Sitzabstand in Flugzeugen gefordert: "Ärzte und Vielflieger warnen vor allem vor Thrombose, weil bei fast allen Airlines die Sitzabstände immer enger werden."

Ohne wissenschaftliche Belege wird die EASA die geltende Bauverordnung allerdings nach eigenen Angaben nicht ändern können. "Wir sind aber offen für neue Erkenntnisse und hätten auch die Möglichkeit, das in Zukunft zu regulieren", sagte der EASA-Sprecher. Zudem würden die Passagiere größer und schwerer, was ohnehin in absehbarer Zeit eine neue Regulierung erforderlich machen könnte, da dies auch die Zeit für eine Evakuierung  beeinflusse.

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(sueddeutsche.de/AFP/juwe/bre)