Statistisch gesehen sind Billigflieger auch nicht unsicherer als bekannte Fluglinien, so ein australischer Desaster-Management-Experte.
So genannte Billigfluglinien sind nach den Statistiken nicht gefährlicher als große bekannte Fluglinien, so der australische Professor und Desaster-Management-Experte Robert Heath. Die Sicherheit von Billigfliegern war nach dem jüngsten Flugzeugunglück auf Phuket mit wahrscheinlich 90 Toten wieder in den Schlagzeilen - nach Angaben von Heath zu Unrecht.
(© Foto: dpa)
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"Der Verdacht ist immer, dass Fluggesellschaften, die mit enger Gewinnmarge operieren, unter anderem bei der Sicherheit einsparen", sagte Heath von der Universität von South Australia in Adelaide.
"Natürlich sind die Piloten immer unter Druck, den Benzinverbrauch auf einem Minimum zu halten, keine Extra-Schleifen zu drehen." Der Spardruck sei zwar bei kleinen Fluggesellschaften größer, doch gebe es keine Anhaltspunkte, dass die relativ neue Industrie tatsächlich weniger Sicherheit bietet. "Die Unfallrate bei kommerziellen Passagierflugzeugen ist in etwa gleich hoch. Es gibt auf beiden Seiten gute und schlechte Gesellschaften", sagt Heath.
Sparpotenzial gebe es zum Beispiel auch, wenn Flugzeuge auf kurzen Strecken Benzin für Hin- und Rückflug an Bord haben. Für Airlines sei es billiger, nur an wenigen Flughäfen zu tanken. "Solche Überlegungen gelten aber sowohl für Billigflieger, als auch für teurere Linien", sagt Heath.
Das Alter der Flotte sei ein Indikator für die Sicherheit, allerdings nicht, weil ältere Maschinen unbedingt gefährlicher seien. "Aber sie haben oft nicht die neueste Technik an Bord."
Bei der Wahl von Fluggesellschaften sei es am besten, auf Erfahrungswerte anderer Passagiere zurückzugreifen. "Wenn zum Beispiel in der Kabine die Sitze nicht funktionieren, wenn es schmuddelig ist und wenig Personal gibt, lässt das Rückschlüsse auf die Einhaltung der Sicherheitsstandards zu", sagt Heath.
Die sichersten Sitze im Flugzeug seien dort, wo das Flugzeuggerüst am stärksten ist: an den Küchen, wo auch die Ladeluken für das Essen sind, und über den Flügeln. "Es ist schwer, das Risiko des Fliegens zu reduzieren", sagt Heath. "Am Ende ist es alles eine Frage des Glücks."
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(dpa/Christiane Oelrich)
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Ich muss meinem Vorredner Recht geben, die Aussagen sind entweder schlecht getroffen oder nur schlecht übersetzt auf jeden Fall nicht der von der SZ erwartete journalistische Standart.
Aber noch mehr: Der Titel suggeriert, dass niemand Einfluss auf das Ergebnis eines Fluges nehmen kann dabei sind weltweit die Unfallraten trotz mehr als Verdoppelung des Verkehrsaufkommens gesunken, frage mich woher das wohl kommt...
Also kann doch von Glück keine Rede sein oder wie mein Kollege kommentierte: So a Krampf!
Erfahrungswerte anderer Passagiere beschränken sich meist auf den gebotenen Service (nett anzu-sehende Stewardessen oder auf dem halben Weg gabs kein Bier mehr) einer Airline.
Besser sind Unfallstatistiken und schwarze Listen der Behörden (z.b.: EASA, LBA, FAA), Luft-fahrt-Zeitschriften und Foren von Luftfahrt-Begeisterten, welche auch fundierte Aussagen zu Airlines, Flugzeugen und regionalen Gegebenheiten bieten.
Indikatoren sind: Flottenalter, Zusammensetzung der Flotte (Einheitlichkeit bietet größere Sicherheit als bunt gemischt Typenvielfalt), Zugehörigkeit zu Allianzen oder Code-share mit großen Airlines bürgt für Qualität, Verhältnis Alter zur Größe der Airline (zu schnelle Expansion birgt Gefahren, bzw. langes Betreiben von nur ein bis drei veralteten Maschinen à la Caribbean ist auch ein Indikator für Fehl-Management), etc.
Wenn man natürlich mit der Geiz-ist-Geil Mentalität ohne vorherige Info jedes Billigst-Angebot an-nimmt, kann es schon zum Glücksspiel werden ob und wie man am Ziel ankommt....
Es gibt keine "Ladeluken für das Essen". Das Catering erfolgt über die Kabinentüren, welche sich immer im Bereich der Bordküchen befinden. Ergo: Sich unweit der Notausgänge platzieren zu lassen und deren Lage zu kennen, erhöht die Chancen, einen Flugzeugunfall zu überleben. Außerdem informieren die Besatzungen nicht ohne Hintergedanken die Passagiere vor jedem Start über die Sicherheitsvorkehrungen an Bord der jeweils eingesetzten (!) Maschine. Die Evakuierungsverfahren können - je nach Flugzeugtyp und nach Notfallsituation - erheblich voneinander abweichen. Insofern ist es nicht nur eine Frage des Respekts, aufmerksam den sicherheitsrelevanten Erläuterungen der Kabinencrew zu folgen - statt sich lächelnd-gelangweilt abzuwenden (was die große Mehrheit macht). Nur wenn man auf einen Unfall mental vorbereitet ist, erhöht sich die Chance im Falls eines Unglücks zu reagieren, denn teilweise müssen (wie gesagt: je nach Flugzeug) die meist im mittleren Kabinenbereich befindlichen Notfenster von den Fluggästen selbst geöffnet werden, wenn man dazu von der Besatzung aufgefordert wird oder wenn kein Zweifel an der Notwendigkeit dieser Maßnahme besteht. Der Grund, weshalb Kabinenbesatzungen überhaupt an Bord sind, ist keinesfalls der Service während der Flugreise, sondern das Einleiten der entsprechenden Maßnahmen im Falle eines Unfalls. Das Wegräumen des eigenen Handgepäcks in Notausgangsreihen stellt also keine Schikane der Besatzung dar, es ist die immer wiederkehrende Vorbereitung auf einen möglichen Notfall. Deshalb muss den Anweisungen der Crew immer Folge geleistet werden.