Sicherheit auf Malta Handtaschen festhalten

Von Kleinkriminellen abgesehen gilt Malta als sicheres Land für Touristen. Es reicht die überall geltende Vorsicht beim Ausgehen oder Busfahren.

Viktoria Großmann

Seit dem tödlichen Anschlag auf die Journalistin Daphne Caruana Galizia, die am 16. Oktober dieses Jahres durch eine Autobombe starb, ist der ganzen Welt klar, dass der Inselstaat Malta nicht frei ist von Kriminalität. Caruana Galizia berichtete über diese Verbrechen in dem 430 000-Einwohner-Land: Korruption, Machtmissbrauch, Geldwäsche, der Einfluss der italienischen Mafia. Fünf Attentate durch Autobomben innerhalb von zwei Jahren hat es vor dem Anschlag auf Caruana Galizia gegeben. Aufgeklärt wurde keiner der Fälle. Ferngesteuerte Autobomben zu verwenden, gilt als typisch für die Mafia. Dabei zieht Malta mit seiner Steuerpolitik und den ihm nachgesagten mafiösen Strukturen Verbrechen geradezu an. Laut italienischen Ermittlern gibt es Hinweise, dass Daphne Caruana Galizias Tod mit ihren Recherchen zu einem möglichen Treibstoff-Schmuggel zwischen Italien, Malta und Libyen zu tun hat.

Trotzdem gilt Malta in mancher Hinsicht als eines der sichersten EU-Länder. Anschläge auf Touristen in Ägypten und Tunesien, die äußerst schwierigen Beziehungen zwischen der Türkei und der EU, Terrorakte in Spanien, Frankreich und Großbritannien - all das hatte dazu geführt, dass Malta als Touristenziel noch beliebter wurde. Gerade bei Eltern, die ihre Kinder das erste Mal alleine in die Welt schicken. Laut Report des maltesischen Innenministeriums vom vergangenen Frühjahr gibt es seit 2014 allerdings einen signifikanten Anstieg von Diebstählen. Es gelten dieselben Regeln wie in allen Touristenorten: Wertsachen nicht offen tragen, in Bars die Drinks im Auge behalten - um nicht etwa durch K.-o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt zu werden. Wie das US-amerikanische Außenministerium in seinen Reisehinweisen vermerkt, sind die meisten Diebe unbewaffnet und greifen ihre Opfer nicht körperlich an. Gezielte tätliche Attacken auf Touristen sind bisher nicht bekannt, auch die Einwohner Maltas werden in erster Linie vor Einbrüchen in Häuser, Wohnungen und Autos gewarnt.

Der staatliche Kriminalitätsreport erwähnt den Anstieg von Sprengstoffattentaten ebenso wie von Brandstiftung. 2016 wurden insgesamt 901 Fälle von Körperverletzung gezählt. Während die Polizei mehr Fälle von Betrug und Drogenbesitz vermerkte, gingen zugleich die Anzeigen wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und sexueller Gewalt zurück.