Ein Niederländer hat einen Flughafenpass per Kopierer gefälscht und gelangte so ungehindert zur Maschine von Königin Beatrix. Ein Brite flog gar mit dem Ausweis seiner Schwester.
Ein 26 Jahre alter Brite ist mit dem Pass seiner Schwester von Großbritannien nach Pakistan geflogen und hat dabei unbehelligt drei Sicherheitsüberprüfungen passiert. Erst Kontrolleuren am Flughafen von Islamabad fiel das falsche Dokument auf. Sie schickten den Geschäftsmann nach Birmingham zurück, wie britische Zeitungen am Montag berichteten.
Anzeige
"Ich war in Eile als ich das Haus verließ und hatte schnell den Pass genommen, von dem ich dachte, es sei meiner", zitierten Zeitungen den 26-Jährigen. Erst in Pakistan habe er bemerkt, dass er den Ausweis seiner 22 Jahre alten Schwester eingesteckt hatte. "Das wirft auf die Sicherheit am Flughafen kein gutes Licht - ich sehe meiner Schwester überhaupt nicht ähnlich."
Ähnlich besorgt über die Sicherheit äußerten sich die zwei niederländischen TV-Reporter, die mit gefälschten Ausweisen der Fluggesellschaft KLM bis zur Sondermaschine von Königin Beatrix vordringen konnten.
Ungehindert hätten sie dann mit dem Flugzeug alles Mögliche anstellen können, berichtete der für derartige Aktionen bekannte TV-Journalist Alberto Stegeman in der Sendung "Undercover in Nederland".
Sicherheitskräfte seien ihm und einer Kollegin nicht begegnet, nachdem sie den gesonderten Flughafenbereich Schiphol-Oost betreten hatten. Der Hangar mit dem Flugzeug der Königin, das auch Regierungsmitglieder benutzen, sei offen gewesen.
Auch die Ausweise zu Fälschen sei kein Problem gewesen; ein Kopiergerät habe genügt.
Der Journalist fügt hinzu, dass niemand sein Gepäck beachtet habe: "Und das in Zeiten erhöhter Terrorismus-Gefahr." Ein Flughafensprecher erklärte, Schiphol-Oost sei nur eine Art Parkplatz für Sonderflugzeuge. Vor jedem Start würden die Maschinen genauen Kontrollen unterzogen.
Er verwies zugleich darauf, dass Stegeman an den Sicherheitsvorkehrungen auf dem eigentlichen Flughafen Schiphol nichts mehr auszusetzen hat. Der Undercover-Journalist hatte Anfang des Jahres auf Mängel bei den dortigen Kontrollen aufmerksam gemacht.
Die Nationalmannschaft logiert während der EM an einem exklusiven, schnörkeligen Ort. Reise-Beilage zur EM Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/dpa/hai/beu)
Träumen, planen, reisen
Gewöhnlich verfügen Ausweise, mit denen man Zutritt in Sicherheitsbereiche (zB Flughäfen) erlangt über integrierte Chips, deren Kontakte äußerlich sichtbar oder nicht sichtbar sein können. Man kennt dies beispielsweise von Geldkarten.
Es kommt nicht darauf an, ob es sich um Ausweise von Luftverkehrsgesellschaften oder Flughafenbetreibern handelt, die Funktionsweise bleibt im Grunde gleich.
Über die Daten auf diesem Chip können noch innerhalb des Sicherheitsbereichs separate Zugangsberechtigungen vergeben werden, zB für den Aufgang zum Tower.
Zum Ausweis(chip) gehört zudem eine PIN.
Wenn es zu Zeiten von zB Bauarbeiten an Flughäfen möglich ist, mittels einfacher Farbkopien solcher Ausweise in diesen Sicherheitsbereich und vor allem an und in Flugzeuge zu gelangen, sollte man zumindest den Sicherheitschef des in Rede stehenden Flughafens fristlos feuern.
Er hat seine Hausaufgaben nicht einmal im Ansatz erledigt.
Es gibt lange schon portable Ausweisleser, Datenübertragung und -überprüfung ist nahezu in Echtzeit über gesicherte Funknetze problemlos möglich.
Ganz und gar typisch sind die untauglichen Versuche der Verantwortlichen, derartige Vorfälle herunter zu spielen, anstatt solche Probleme bereits im Ansatz mühelos zu verhindern.
Tja - mit BKA-Gesetz wär das nicht passiert. Hahahahaaaa....