Mal war der Weg zum Ziel zu lang, mal das Ticket überteuert: Am Telefon gibt die Bahn Reisenden nicht immer den besten Rat, jeder dritte Anrufer kam schlecht weg.
Die Dame am Ende der Leitung wusste Bescheid. Einmal Berlin - Neu-Ulm, kein Problem: nur 68 Euro, zum Sonderpreis. "Sie müssen rasch buchen, die billigen Plätze sind begrenzt." Andernfalls koste das Ticket nach Schwaben das Doppelte. Nett, der Hinweis. Aber noch nicht die Regel.
"Aus Sicht der Kunden kann dieses Ergebnis nicht zufriedenstellen": Bahnservice mit Tücken (© Foto: Reuters)
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Im Auftrag des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) testete ein Hamburger Forschungsinstitut 300-mal die telefonische Beratung der Deutschen Bahn. Je nachdem, wie man die Dinge sieht, lagen die Hotliner immerhin bei 70 Prozent der Ticket-Anfragen richtig. In jedem dritten Fall aber kamen die Anrufer schlecht weg.
Mal war der Weg zum Ziel zu lang, mal das Ticket überteuert, mal beides. "Aus Sicht der Kunden kann dieses Ergebnis nicht zufriedenstellen", klagt VCD-Chef Michael Gehrmann. "Wer bei der Bahn anruft, um eine Fahrkarte zu kaufen, geht doch davon aus, dass er die beste Reiseempfehlung bekommt."
Auch bei der Bahncard rechneten die Bahnberater der Erhebung zufolge nicht immer mit. Gerade auf weiten Strecken kann sich der Kauf der Ermäßigungskarte lohnen. Die Ersparnisse wiegen dann den Preis der Karte auf - etwa die 55 Euro für eine Bahncard zweiter Klasse mit 25 Prozent Ermäßigung. Einen entsprechenden Hinweis aber gaben die Berater in den vier Ticket-Callcentern der Bahn nur in weniger als sechs Prozent der Fälle. Warum die Bahn eine "derart gute" Sache wie die Bahncard nur so wenig umwerbe, so Gehrmann, sei "völlig unverständlich".
Völlig unverständlich findet wiederum die Bahn die Erkenntnisse des VCD. Sie beruft sich auf eine eigene, wenn auch sorgsam gehütete Befragung von Kunden. Derzufolge sind 80 Prozent zufrieden mit dem Service des Noch-Staatskonzerns. Besonders zufrieden, so ein Bahnsprecher, hätten sie sich ausgerechnet mit Kauf und Beratung gezeigt. Im Übrigen empfehle die Hotline nicht notwendigerweise die billigste Strecke, sondern die beste. "Aus unserer Sicht ist das die schnellste Verbindung." Selbstverständlich werde man sich aber mit den Vorwürfen auseinandersetzen. "Wir nehmen das sehr wohl ernst", heißt es.
Für Bahnkunden bedeutet das einstweilen: Vorsichtshalber lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu wenig - auch wenn jede Sekunde der Bahnhotline 11861 Bares kostet: bei der Beratung im Schnitt knapp einen Cent, beim Ticketkauf gut einen halben Cent. Wer kann, sollte ohnehin auf den Internetauftritt bahn.de zurückgreifen, ohne Extrakosten für die Verbindung. Der Sonderpreis für die Fahrt nach Neu-Ulm beträgt da nicht 68, sondern nur 59 Euro. Ganz ohne Beratungsrisiko.
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(SZ vom 05.06.2008/sonn)
Die Ärzte in München
Träumen, planen, reisen
Von Hotlines erwarte ich schon lange keinen guten Service mehr, egal ob bei Post oder Bahn oder Telekom!
Ich kaufe bevorzugt entweder im Internet ein, sofern cih alle nötigen Infos auf der betreffenden Website finde. Falls nicht, lass ich es bleiben. Konsumverzicht erspart einem heutzutage im Zeitalter der inkompetenten Billiglöhner-Hotlines eine Menge Frust und Ärger!
Die Erlebnisse mit der Bahn kann ich bestätigen, und zwar am Schalter. Ich ging mal an einem Tag 3x zum Schalter und erhielt 3 völlig unterschiedliche Preise für ein und dieselbe Fahrt - unglaublich. Und die "preiswerteste" gabs immer nur auf detaillierte Nachfrage! Also, z.B. wirds billiger, wenn ich bis zu 3 Tage später oder früher fahre und solche Dinge halt.
Die Mitarbeiter strotzen meiner Erfahrung nach nur so vor Inkompetenz und Desinteresse. Liegt ja asuch im Profitinteresse der Bahnoberen, dass der Kunde NICHT die preiswerteste Fahrt erhält! Ich vermute, da koennte es sogar entsprechende interne Dienstanweisungen geben, wenn ich so über meine "Preiserlebnisse" mit der Bahn nachdenke....
Hat schon mal jemand versucht herauszufinden ob er mit einem Ticket das er im internet gekauft hat herauszufinden wie lange es gueltig ist und ob er den Zug wechseln kann. (ich will nicht wissen, ob jemand das schon vorher wusste, sondern ob er mir sagen kann wo die Bahn die wichtigsten Buchungkonditionen zum Ticket liefert).
Ich hab's nicht geschafft und die hotline angerufen, die hat 10 Minuten gebraucht und mich dann auf die 140 seitige AGB verwiesen, allerdings schon mal den Paragraphen genannt wo's steht.
Da stand dann, wenn die Strecke ueber 100 km ist....
Hat schon mal jemand im internet versucht rauszufinden wie lang die Bahnstrecke ist fuer die er ein Ticket gekauft hat....??
Soviel dazu.
@ kschneidt:
Sie haben Recht: Internet und Automaten sind wirklich gut gemacht, die sind sehr empfehlenswert. Aber eine Beratung für günstiges Reisen ("Kaufen Sie besser eine Bahncard") gibt Ihnen der Automat nicht. Das erwarte ich von einer Hotline.
Außerdem gibt es Fahrkarten, für die Sie leider an den Schalter müssen:
- Internationale Tickets gibts nicht als Online-Ticket
- Fahrrad-Reservierungen gibts nur am Schalter
- Wunsch-Plätze können Sie nur am Schalter reservieren (am Automat ein Lotteriespiel)
- Tickets mit internationalen "Bahncards" gibts nur am Schalter
Es wäre viel gewonnen, wenn die DB all dies auch bei Automat und Internet anbieten würde.
wer ruft da denn an?!
nun gut, wer zeit, geld und nerven verplempern will, soll das ruhig machen... für alle anderen gibts das internet (und falls das nicht gehen sollte, gehts am automaten ebenso)
mein mitleid haben die leute nicht