Sehenswürdigkeiten auf Google Street View Mal kurz durch den Canal Grande

Gondeln in Venedig: Günstiger geht's ein paar Klicks durch die Lagunenstadt.

Sich in Venedigs verwinkelten Gassen umsehen, Tauchen am Great Barrier Reef und Tiere beobachten auf den Galapagosinseln: Google Street View zeigt Orte, von denen viele bisher nur träumen konnten.

Von Katja Schnitzler und Carolin Gasteiger

Es gibt Orte auf der Welt, die muss man vielleicht nicht gesehen haben - möchte es aber gerne. Leider liegen diese Orte selten gleich um die Ecke.

Masken vor, neben, unter dem Campanile

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Wer sein Urlaubsbudget im Grand Canyon gelassen hat, verzichtet damit auf den intensiven Rundum-Blick vom Berg Fuji in Japan, auf den Tauchgang am australischen Great Barrier Reef oder die Einzigartigkeit der Galapagos-Inseln. Ganz zu schweigen von einem Trip nach Venedig, wo die Hotelpreise ja sehr hoch sind.

Dass dieser Verzicht nicht nur bedauerlich, sondern auch unnötig ist, findet der Riesenkonzern Google. Dieser hatte 2008 mit seinen Street-View-Autos vor allem in Deutschland Aufsehen erregt: Dass andere - seien es künftige Touristen oder gar potentielle Einbrecher - virtuell am Eigenheim vorbeiflanieren könnten, gefiel etlichen Bürgern hierzulande nicht. Sie ließen Fassaden verpixeln, so dass manche Straßenzüge hinter digitalen Sichtschutzwänden verschwanden.

Diese Kritik hatte Google bei Sehenswürdigkeiten wie dem Amazonasbecken oder dem Eiffelturm nicht zu befürchten. Auch die japanische "Insel des Bösen" Hashima, auf der James Bond in "Skyfall" seinen Widersacher Silva trifft , ließ Google via Rucksack-Kameras erwandern. Normalsterblichen ist die Insel kaum zugänglich - zu baufällig sind die Gebäude der Geisterstadt.

Die Google-Fotografen stiegen auf den Eiffelturm sowie den Burj Khalifa in Dubai, auf den Berg Fuji und ins Everest-Basislager. Sie haben das Amazonasbecken befahren und sind am Great Barrier Reef abgetaucht. Etwas ungemütlicher war es vermutlich in der kanadischen Arktis. Auf jeden Fall trieben sich die Street-View-Kameraträger an Orten herum, die jeder schon mal gerne bereist hätte - auch im Grand Canyon (hier der Überblick über alle verfügbaren Ziele von Street-View-Treks).

Die jüngste Google-Begehung in Venedig mag vielleicht nicht ganz so exotisch klingen wie die Galapagosinseln, wo der Besucher virtuell mit den verspielten Seelöwen vor Floreana Island tauchen kann: Immerhin liegt die Stadt mitten im gut vernetzten Europa.

Aber ein Besuch der Lagunenstadt ist anstrengend, und ein Aufenthalt teuer. Am schnellsten bewegen sich die Besucher hier übers Wasser fort - oder zu Fuß. Allerdings erschweren das die Touristenmassen, die Tag für Tag in Venedig einfallen. Da ist es bequemer sein - und wesentlich günstiger - sich per Mauszeiger in aller Ruhe auf dem Markusplatz umzusehen oder mit dem Boot die Kanäle entlangzufahren.

Auch über die Rialtobrücke kann der virtuelle Besucher schlendern. Wie schön, dass er das Gedränge dabei völlig ignorieren kann.

Linktipp: Wer nicht mit Google reisen will, kommt mit einem Team russischer Fotografen zum Beispiel dem Matterhorn ganz nah.