Segelfliegen Fliegen ist halt schöner

Neidisch schaut der Wanderer nach oben. Scheinbar schwerelos ziehen die Segelflieger elegant ihre Kreise. Ob man das wirklich lernen kann?

Von Von Moritz Attenberger

Die Wanderer, die an schönen Tagen am Segelflugplatz in Geitau vorbeigehen, kommen oft aus dem Schauen nicht mehr raus. Natürlich, an einem schönen Sommertag durch die idyllische Landschaft unterhalb von Aiplspitz und Miesing - mit der imposanten Berggestalt des Wendelsteins im Rücken - auf den Soinsee zu wandern, das ist schön. Aber die mit ihren Segelflugzeugen sehen das alles aus der Luft, wenn sie sanft und beinahe lautlos über den Bergen dahingleiten. Der Wanderer bleibt stehen und blickt neidisch nach oben. So hat manche Segelfliegerkarriere sozusagen en passant angefangen.

Und so mancher hat, ehe er wusste, wie ihm geschah, plötzlich das erste Mal im Flugzeug gesessen, hinter einem der erfahrenen Flieger des Luftsportclubs Schliersee. Sicherheitsgurte angelegt, der Fallschirm ist dran.

Der Windenstart

Dann geht alles sehr schnell: Ein Helfer gibt den Start frei, der Flieger wird immer schneller von einer Seilwinde über die Startbahn gezogen. Plötzlich ist er in der Luft. Die Beschleunigung drückt einen in den Sitz, man sieht im steilen Aufwärtsflug nur den blauen Himmel, im Magen wird es flau. Dann klinkt der Pilot das Seil aus und der Haken schwebt mit einem kleinen Fallschirm zur Erde. Das Flugzeug bleibt in der Luft und fliegt. Einen Windenstart nennen das Eingeweihte.

Bald schon versucht der Pilot, sich in der Thermik über den nahen Hängen des Seebergs höher zu schrauben. Ziemlich nahe kreist er an den Baumwipfeln vorbei. Irgendwie klappt es nicht so recht, die Thermik reicht nicht aus und wir sind zu zweit zu schwer, um über den Gipfeln fliegen zu können. Macht gar nichts, man sieht die Welt trotzdem von oben. Bauernhöfe, Kühe, winzige Menschen.

Höher kommen wir diesmal nicht und so drehen wir noch eine letzte kleine Schleife, dann beginnt der Landeanflug. Sich an genauen Referenzpunkten orientierend, steuert der Pilot auf die Landewiese zu und setzt butterweich auf, weicher fast als in einer großen Verkehrsmaschine. Und ohne Motor.