Kontakt zu den Toten

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Traditionelles Outfit: Aus Fell, Haut und Horn von Rentieren entstehen Kleider, Jacken und Handschuhe, Schmuck und Gebrauchsgegenstände, aus den Beinhäuten fertig(t)en die Sami Schuhe. (© Foto: imagebank.sweden.de)

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Wie auch die indianischen Stämme in Nordamerika bewegten sich die Sami einst völlig uneingeschränkt in der Region Norrbotten. Jokkmokks Sami-Museum Ájtte, die größte Ausstellung für samische Kultur in Schweden, macht erlebbar, wie frühere Generationen seit 9000 Jahren, als das Inlandeis das Land freigab, in den moorigen Wäldern und zu Füßen der Berge, am Fjäll, See und Fluss gelebt hatten. Zur Ausstellung gehören nicht nur Schaukästen, die samischem Silberschmuck zeigen, oder erklären, wie die Sami Fisch räucherten, sie präsentiert auch Filme und Diashows.

Auf einem Sofa lauscht man den Erzählungen des Nåjden, der zugleich die Rolle des Richters und des Heilers inne hatte. Mit Hilfe seiner Trommel konnte er in Trance verfallen und Kontakt zu den Toten aufnehmen.

Heute tragen die Sami ihre Tracht ausschließlich zu festlichen Anlässen wie etwa dem Wintermarkt. Charakteristisch für die Tracht eines Sami von Jokkmokk ist blaues Wolltuch mit gelb-roten Borten, seine rote Kopfbedeckung wirkt wie eine veredelte Variante der Zipfelmütze.

Geschmückte Tiere

Während der Markttage sind auch die Tiere geschmückt - mit bunten Bändern und Glöckchen. Und die sonst zurückhaltenden Sami tauen auf und lassen sich über ihre Traditionen und ihre Symbiose mit den Flechten fressenden Waldbewohnern gerne Löcher in den Bauch fragen.

Nur "Wie viele Rentiere besitzt Du?" kommt nicht gut an. Thomas Marainen antwortet nicht, seine Mine verdüstert sich. Die Frage sei ihm zu persönlich. Denn er empfindet sie so wie ein Städter die direkte Frage nach dem Guthaben auf seinem Bankkonto.

Aber ein Sami ist nicht lange missmutig, schon gar nicht während des Wintermarkt-Festivitäten. Allerspätestens bei der Frage nach einem charakteristischen Rezept aus der regionalen Küche - Rentiergeschnetzeltes mit Preiselbeeren - macht sich wieder ein Lächeln im Gesicht des Jojk-Sängers breit.

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