Europas größter Billig-Flieger Ryanair will alle seine Abfertigungsschalter schließen. An den Flughäfen soll künftig nur noch die Gepäckabgabe möglich sein.
Passagiere von Europas größtem Billigflieger Ryanair sollen künftig nur noch online einchecken können. Zum Ende des Jahres will die Fluggesellschaft diesen Service an den Flughäfen abschaffen und ihren Kunden den Check-in selbst überlassen. Zwar könnten Passagiere weiter Gepäck aufgeben, alles andere werde aber per Internet abgewickelt, sagte der Chef der irischen Fluggesellschaft, Michael O'Leary, der britischen Zeitung Daily Telegraph.
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Die eingesparten Kosten sollten den Kunden zugutekommen. "Letztendlich wollen wir erreichen, dass nur noch einer von fünf Passagieren Gepäck aufgibt", sagte O'Leary. Bisher habe noch jeder vierte Kunde mehr als nur Handgepäck dabei.
Bereits jetzt buchten 97 Prozent der Passagiere ihre Tickets online, zudem nutzten 75 Prozent das Internet für den Check-in. Ryanair erwartet für dieses Jahr bis zu 67 Millionen Passagiere.
Verzicht auf Voreinstellungen bei der Online-Buchung
Nach Kritik von Verbraucherschützern will die Billigfluggesellschaft Ryanair einem Zeitungsbericht zufolge ihr Buchungssystem kundenfreundlicher gestalten. Ryanair wolle künftig auf kostenpflichtige Voreinstellungen für Reiseversicherungen und für eine bevorzugte Behandlung beim Einstieg verzichten, berichtete der Tagesspiegel.
Dies habe die Firma dem Bundesverband Verbraucherzentralen (vzbv) angeboten, nachdem die Verbraucherschützer Ryanair wegen ihrer Buchungspraxis abgemahnt hatten. Die Fluggesellschaft wolle aber eine Frist bis Ende März.
Voreinstellungen verstoßen gegen eine neue EU-Verordnung, wonach die Fluggesellschaften für jeden Flug den Endpreis angeben müssen.
Die Verbraucherschützer gehen derzeit in großem Stil gegen Fluggesellschaften vor: Sie haben neben Ryanair zahlreiche weitere Unternehmen abgemahnt, darunter Air Berlin, Easyjet, Germanwings, Air France und KLM. Weitere Gesellschaften sollen folgen, sagte vzbv-Rechtsexpertin Helke Heidemann-Peuser dem Tagesspiegel.
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(dpa/AFP/dd)
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