Portimao Algarve Portugal

Wir hatten einen Plan: Selbst an der touristischen Algarve noch Reste des ursprünglichen Portugals entdecken und natürlich die Strände genießen. Portimão ist berühmt für seinen Strand, beziehungsweise der Orts-Satellit Praia da Rocha, denn die Stadt selbst liegt ein paar Kilometer vom Meer entfernt. Ein Hotelhochhaus in der zweiten Reihe von Praia da Rocha hatte noch ein Zimmer frei, das von einer gelangweilten Angestellten präsentiert wurde. Auf dem winzigen Balkon wies sie mit dem Arm gen Süden und sagte: "Ihr Meerblick!" "Wo?" "Na, wenn Sie sich hier über die Brüstung lehnen, sehen Sie es doch."

Ein Dilemma: Der Strand war schön genug zum Bleiben, die Bettenburgen zum Davonlaufen. Also mieteten wir uns in einer kleinen Pension in der Altstadt von Portimão ein. Als wir zum historischen Kern kamen, fuhren wir an dieser schönen, kleinen Kirche vorbei, die Menschen gingen gerade zur Messe. Wir kurvten. Und kurvten. Immer und immer wieder an der Kirche vorbei, bis die Leute nach dem Gottesdienst wieder ins Freie schlenderten: Portimão besteht aus mehr Einbahnstraßen als eigentlich in eine Stadt passen. Aber das machte nichts, denn die Gässchen sind so reizend, dass wir uns gerne mehrmals hindurch zwängten. Auf dem Marktplatz saßen tatsächlich Portugiesen und in den Nebenstraßen mit Kopfsteinpflaster gab es noch Lokale, die tatsächlich günstig Landestypisches anboten statt überteuerter Hamburger. Und wenn der Strom ausfiel, machte der Koch bei Kerzenschein am Gasherd einfach weiter.

Katja Schnitzler

Bild: iStockphoto

11. Januar 2013, 17:06 2013-01-11 17:06:16

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