Tipps aus der Redaktion Die spannendsten Reiseziele für 2018

Neues Jahr, neue Ideen für den Urlaub: vom Fußballspiel in Tatarstan über das bessere Amerika bis zum Baden in Nicaragua. Gute Reise!

Von SZ-Autoren

2018 wird ein großes Reisejahr. Schon jetzt sind die Buchungszahlen hoch für die klassischen Ferienziele am Mittelmeer: Gefragt sind vor allem wieder Spanien, Griechenland und Italien. Aber auch anderswo lässt es sich gut entspannen oder spannend Urlaub machen, sei es auf den Spuren der künstlerischen Avantgarde in Wien, bei den Cowboys Kanadas oder in der Republik Moldau, wo der Osten immer noch wild ist. Gute Reise!

Ein Fassadenteil des Wiener Secessionsgebäudes.

(Foto: Ricardo Demurez/mauritius)

Wien feiert seine großen Jugendstil-Künstler

Von Kia Vahland

Es braucht keinen Jahrestag, um nach Wien zu fahren, und sich von Gustav Klimt, Egon Schiele, Koloman Moser, Otto Wagner und den anderen Künstlern, Gestaltern und Architekten aus der Jugendstilzeit betören und verwirren zu lassen. Nun aber jähren sich die Todestage der vier Granden der Wiener Moderne zum hundertsten Mal, und das lenkt den Blick auf die Epochenwende von 1918.

Die große Zeit der Wiener Avantgarde war schon um 1900; im Jahr 1897 gründeten junge Künstler die Secession, eine Abspaltung von den althergebrachten Künstlerorganisationen. Was diese Generation prägte, war gewissermaßen ihre Vorahnung auf den Ersten Weltkrieg und den Zusammenbruch der alten Welt im Jahr 1918.

Früher als andere spürten Klimt und Konsorten, wie sehr das fragile Gleichgewicht von Monarchie und bürgerlichem Kapitalismus bereits ins Wanken geraten war, wie Nationalismen und soziale Ungleichheiten die österreichische Gesellschaft auseinandertrieben. Nur verorteten sie, angeregt von Sigmund Freuds Erkenntnissen, ihr Unwohlsein in psychischen statt in politischen Kategorien. Und so entfaltete sich der Jugendstil in Wien existenzieller als anderswo. Zu sehen ist das - nicht nur im Jubiläumsjahr 2018 - in Klimts ornamentalen Gemälden und Schieles drastischen Menschenbildern im Belvedere und im Leopoldmuseum, in Koloman Mosers Entwürfen und Designobjekten im Museum für angewandte Kunst MAK, in Otto Wagners Bau der Wiener Postsparkasse von 1906. Zudem veranstalten 2018 alle großen Wiener Museen Sonderausstellungen zur Wiener Moderne (eine Übersicht findet sich im Internet: www.wienermoderne2018.info).

Beste Reisezeit: immer, Museen und Kaffeehäuser lohnen auch bei Regen.

Nicht verpassen: Den Beethovenfries von Gustav Klimt in der Secession. Den Perlmuttblick des zotteligen Giganten Thyphoeus vergisst man nicht.

Im thüringischen Nationalpark Hainich sind Buchen die Attraktion.

(Foto: imago)

Im Urwald mitten in Deutschland: Hainich

Von Jochen Temsch

Rotkopf, der Feuerkäfer wurde nicht gefragt, als zu DDR-Zeiten plötzlich Panzer durch seinen Lebensraum rollten. Heute geht es dem hübsch signalfarbenen Holzbewohner wieder prächtig. Aus dem einstigen militärischen Sperrgebiet ist vor genau 20 Jahren der Nationalpark Hainich geworden - und 2018 ist es endlich an der Zeit, diesen in Thüringen, in der Mitte Deutschlands gelegenen Urwald zu entdecken: So viele Laubbäume, insbesondere Buchen, wie hier auf einer Fläche von 50 Quadratkilometern gibt es sonst nirgendwo im Land zu sehen. Manche Bäume tragen Namen und haben eine besondere Geschichte, etwa die bizarr knorrige, auf bis zu 800 Jahre alt geschätzte Betteleiche, an der einst Almosen für Mönche abgelegt wurden.

Neben dem Feuerkäfer krabbeln 2000 weitere Käferarten im Nationalpark umher, darunter welche, die schon als ausgestorben galten und hier wiedergefunden wurden. Sie lieben das mit Moosen, Flechten und Pilzen besetzte Totholz, das hier niemand wegräumt. 10 000 verschiedene Tierarten sind im Hainich heimisch, darunter Fledermäuse sowie zahlreiche Vogel- und Schmetterlingsarten. Die prominentesten Touristenwerber sind Wildkatzen, die im Wald im Verborgenen jagen und in einem Schaugehege vor den Augen der Besucher herumstreunen. Überhaupt ist es einer der Vorzüge des Hainich, dass er touristisch sehr gut erschlossen ist und sich mit Wanderwegen, geführten Touren, Kinderprogrammen und Lehrveranstaltungen seinen Gästen öffnet.

Beste Reisezeit: Sommer und Herbst. Aber auch das Frühjahr hat seinen Reiz. Dann gelangen die Sonnenstrahlen ungehindert auf den Waldboden und erwecken die Krautschicht zum Leben. Der rosafarbene Seidelbast blüht oft schon im Februar.

Nicht verpassen: Der Baumwipfelpfad auf bis zu 40 Metern Höhe bietet außergewöhnliche Einblicke in die Vielfalt und Schönheit des Urwalds.

In Schottland gehören Whiskydestillerien zum touristischen Pflichtprogramm.

(Foto: Simon Dawson/Bloomberg)

Die Schotten sind gegen den Brexit. Und haben Whisky

Von Dominik Prantl

So eine Brexit-Entscheidung, so merkwürdig sie auch sein mag, hat ja wie beinahe alles im Leben nicht nur schlechte Seiten. Der Kursverlauf des Pfundes zum Beispiel entwickelt sich seitdem zum großen Spaß für all jene Kontinentaleuropäer, die eine Reise auf die Insel planen. War das Pfund vor zweieinhalb Jahren noch rund 1,40 Euro wert, sind es jetzt nur rund 1,13 Euro. Oder anders: Wer 1000 Pfund ausgibt, spart im Vergleich zum Sommer 2015 rund 267 Euro.

Dieses Geld muss angesichts der derzeitigen Zinssituation schleunigst unters Volk gebracht werden. Und das macht man am besten in Schottland - weil die Schotten erstens mit 60 Prozent für den EU-Verbleib gestimmt haben, also wahre Freunde sind. Zweitens haben sie ein unverschämt schönes Land, das gute Anlagemöglichkeiten für 267 Euro offeriert. An erster Stelle bietet sich an: Whisky. Dabei sind nicht nur die Pubs mit ihren ausgedehnten Whiskyregalen, sondern auch Brennereien wie Strathisla im Einsteiger-Whisky-Gebiet Speyside oder Ardbeg im Torf-Paradies Islay einen Besuch wert. An zweiter Stelle ist zu empfehlen: die Besteigung eines Munros. So werden in Schottland Berge bezeichnet, die höher als 3000 Fuß (914,4 Meter) sind. Munros gibt es sogar noch mehr als Whisky-Brennereien: 282 Stück.

Für den Urlauber tut es vielleicht schon ein einziger, zum Beispiel der fantastische Lochnagar (1155 Meter hoch) unweit des Balmoral Castle oder auch der Ben Nevis (1345 Meter), der höchste Berg des Landes. Beide haben jedenfalls einen klaren Standortvorteil: Zu ihren Füßen liegen die gleichnamigen Whisky-Destillerien. Nur für den Fall, dass von den 267 Euro nach Anreise und Übernachtung noch was übrig bleibt.

Beste Reisezeit: Juni bis September.

Nicht verpassen: Für alle Harry-Potter-Fans ist das Eisenbahn-Viadukt bei Glenfinnan ein Muss.