Reicht die Zeit nicht zum Umsteigen, ist der Passagier selbst schuld, meinte eine Airline und zahlte nicht - trotz eigener Verspätung. Da hatte sie sich verrechnet.
Eine Frau hatte von Frankfurt über München nach Schanghai mit der Lufthansa fliegen wollen. Doch der Abflug in Frankfurt verzögerte sich.
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Als die Passagierin verspätet in München landete, war das Boarding für ihren Weiterflug, ebenfalls mit der Lufthansa, nach Schanghai aber schon beendet - sie durfte nicht mehr zusteigen.
Sie musste bis zum kommenden Tag warten und über Helsinki nach Schanghai fliegen.
Selbst schuld, meinte die Airline. Sie argumentierte, in diesem Fall liege keine sogenannte Nichtbeförderung vor, da der Fluggast wegen der sehr kurzen Umsteigezeit bewusst das Risiko eingegangen sei, den Anschlussflug zu verpassen.
Außerdem sei für die Verspätung nicht die Lufthansa verantwortlich gewesen.
Diese Argumentation konnte das Gericht nicht überzeugen: Die Passagierin sei eindeutig gegen ihren Willen nicht mit der gebuchten Maschine derselben Fluggesellschaft befördert worden, der Fall also durchaus als Nichtbeförderung zu betrachten. Daher sprach das Gericht der Frau eine Ausgleichszahlung in Höhe von 600 Euro zu (Amtsgericht Frankfurt, Az.:29 C 884/08-21).
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(sueddeutsche.de/dpa/kaeb)
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Was hat das jetzt hiermit zu tun?
Als die Passagierin verspätet in München landete, war das Boarding für ihren Weiterflug, ebenfalls mit der Lufthansa, nach Schanghai aber schon beendet - sie durfte nicht mehr zusteigen.
Das lustigste Argument warum sich die Lufthansa weigerte
"Außerdem sei für die Verspätung nicht die Lufthansa verantwortlich gewesen."
Aha, und mit welcher Fluglinie ist sie geflogen? Mit der DB etwa?
Die Schuld bei den Kunden zu suchen ist meistens eher falsch. Die Beschilderung ist oft nicht optimal und zusaetzliche Hinweise seitens des Personals sind auch hilfreich. Ausserdem: Wenn die Lufthansa diese Fluege in der Folge angeboten hat, hat sie auch eine Verantwortung fuer die Durchfuehrung dieser Fluege. Bei zu kurzen Umsteigezeiten geben sie vorher an, dass man das gerne versuchen kann, aber auf eigene Gefahr, wegen Unwaegbarkeiten.
Und ob das Ein-/Aussteigen nun 1 oder 5 Minuten dauert ist bei der Sachlage voellig unerheblich. Auf Inlandsfluegen wie diesem kann man (FRA-MUC) kann man die Touris eh mit der Lupe suchen. Einfach ein offizieller Fall von schlechtem Service durch die Fluglinie - das komplette Terminal ist in Lufthansa-Hand - dass man da sauer ist, dass man nicht unbuerokratisch geholfen bekommt, durch beschleunigten Transfer ist sehr verstaendlich.
Das Ganze sieht danach aus, dass die LH froh war, dass sie noch einen Passagier in eine ueberbuchte Maschine reinquetschen konnte, der auf der Warteliste stand und dabei noch das Geld fuer die Entschaedigung/Uebrnachtung sparen konnte. Pfui Teufel!
So klar der Fall wohl hier ist (darüber lässt sich angesichts der doch recht kargen Information nur mutmaßen), gibt es durchaus Fälle, in denen die Schuld tatsächlich bei dem oder den Passagieren zu suchen ist. Das fängt bei solch banalen Sachen wie Trödelei oder Schilderblindheit an und endet bei nicht selbst verschuldeten Problemen wie, dass z.B. 75% der Fluggäste immernoch nicht in der Lage sind zügig ein Flugzeug zu verlassen - wer schon einmal gesehen hat wie flott eine Maschine voller Businessfliegern sich füllt und wieder leert, der fragt sich, wieso das nicht auch sonst so geht (handgestoppter Vergleich zweier gleicher Maschinen, beide zu ca. 80%: Linienflug nach London/Heathrow morgens unter der Woche - vollbesetzt mit "Schlipsträgern": 48 Sekunden nach Türöffnung war der Vogel leer - Billigflieger, vollbesetzt mit Touristen (kein sperriges Gepäck): 6.39 Minuten...)