Nach ein paar Wochen, in denen immer mehr Mails ankommen, beginnen wir plötzlich Sehnsucht nach der eigenen Stadt zu haben. Die gleiche Sehnsucht, die uns hergetrieben und die sich irgendwann in Selbstverständlichkeit verwandelt hat: Nach der schieren Größe, in der man sich trotzdem nicht verloren fühlt. Nach der großen Freiheit, die einem hier erlaubt wird. Der Zwanglosigkeit. Dem Mach-doch-was-du-willst. Dem Gefühl, nie stehen zu bleiben - weil nichts jemals fertig wird. Auch nach den Läden, den Bars, den Cafés, in denen man deshalb stundenlang sitzen bleibt, weil einen kein Kellner verscheucht. Und der schönen Gelassenheit, die sich irgendwann einstellt. Fast sind wir ein bisschen stolz, hier zu wohnen. Bis der Berliner in uns motzt: "He, is doch bloß Bahlin!"

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Die meisten Menschen bei Haustauschferien wollen übrigens gar nicht nach Berlin. Sondern nach New York. Wir probieren es selbst, suchen unter den knapp 1200 Angeboten drei heraus und schreiben einem Penthousebesitzer an der Upper East Side, einer Familie mit Brownstone in Brooklyn und einem Paar mit einer phantastischen Wohnung am Union Square Park. Keine Antwort. Nicht eine.

Vielleicht fehlt ihnen an unserer Wohnung der Pool. Vermutlich will der New Yorker im Sommer bloß aus der Stadt raus, nicht in eine andere rein. Wir nehmen es ihnen nicht übel. Schließlich haben wir immer noch Acapulco.

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  1. Ganz egal. Hauptsache Berlin!
  2. Wohnung statt Villa
  3. "Wunderschön, sagenhaft"
  4. Sie lesen jetzt Sehnsucht nach der eigenen Stadt
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(SZ vom 17.07.2010/kaeb)