Bisher brauchten viele Reisende für einen Aufenthalt von drei Monaten kein Visum. Doch nun überlegt das US-Heimatschutzminsterium, auch diese Einreisebestimmungen zu verschärfen.

Hintergrund der Pläne der Homeland Security sei die Sorge, dass sich die bisher geltende Ausnahmeregelung für den Kurz-Aufenthalt als Einfallstor für islamische Terroristen erweisen könnte. Dies meldet das US-Nachrichtenmagazin Newsweek.

Fingerabdruck-Scanner bei der Einreise in die USA, AP

Fingerabdruck-Scanner bei der Einreise in die USA (© Foto: AP)

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Die Behörde berufe sich auf Erkenntnisse, nach denen sich in Großbritannien aufgewachsene Muslime zur Terrorausbildung in Pakistan aufgehalten hätten - und dank ihrer westeuropäischen Reisepässe problemlos die Visaregelung umgehen könnten.

Eine der Überlegungen gehe in Richtung eines "elektronischen Visums", so Newsweek: US-Reisende müssten dann via Internet einen Visumsantrag ausfüllen und zwar bereits beim Kauf des Flugtickets. Dies eröffne den US-Behörden eine größere Zeitspanne, um Passagiernamen mit Terrordatenbanken abzugleichen.

Die neue Regelung könnte neben Deutschen und anderen Westeuropäern auch Reisende aus Japan und Australien betreffen.

Aktuelle Praxis ist, dass Airlines mit Flugziel USA ihre Passagierlisten nach dem Abflug in die USA weiterleiten, wo sie im Rahmen des "Advanced Passenger Information Systems" (Apis) vor der Landung gegengecheckt werden.

Wann und ob die elektronische Visumspflicht eingeführt wird, ist allerdings noch nicht absehbar, so ein Sprecher des Heimatschutzministeriums zu Newsweek. Es gebe Pläne, aber noch keine Gesetzesvorlage.

Wer momentan in die Vereinigten Staaten einreisen möchte, benötigt dazu einen maschinenlesbaren Reisepass. Von jedem Reisenden werden außerdem am Einreiseflughafen/Seehafen die Fingerabdrücke digital eingescannt und ein digitales Porträtphoto erstellt. Kinder jeglichen Alters (Babys!) benötigen einen eigenen maschinenlesbaren Pass für die visafreie Einreise.

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(sueddeutsche.de/Auswärtiges Amt)