Einer der Veteranen des Nachtlebens ist Cookie (34), den niemand bei seinem richtigen Namen - Heinz Gindullis - nennt. Sein Club, neben dem Berghain und dem Weekend einer der bekanntesten der Stadt, feiert gerade den 15. Geburtstag. "Berlin-Mitte ist internationaler geworden", sagt Cookie. Illegale Clubs, deren Adressen Geheimtipps sind, gibt es immer noch, sagt er. "Da rockt es." Von einer Entwicklung hin zum Kommerz wie Soho in New York oder London sieht er Berlin aber noch weit entfernt.

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Noch sind nicht alle Ecken in Mitte schnieke. "Clärchens Ballhaus" hat eine Patina, die Touristen wie Berlinern gefällt. Die zugige Torstraße, wo Wladimir Kaminer in den 90er Jahren seine "Russendisko" gründete, gilt (noch) als cool. Ansgar Oberholz zieht mit seinem Café "St. Oberholz" nach wie vor die "Digitale Boheme" an, die Kreativen am Laptop. "Das Publikum ist auf jeden Fall internationaler geworden", hat Oberholz (37) in den letzten drei Jahren beobachtet. "Mir gefällt das."

Das "St. Oberholz" hat aufgestockt und bietet jetzt über dem Café Ferienwohnungen an. Das passt zur Entwicklung des Viertels. Gegenüber liegt "The Circus", ein Hotel, das im Juli in der New York Times erwähnt war.

Es gibt auch Kreative, die dem Viertel treugeblieben sind. Jochen Sandig (41) hat in den wilden Jahren von Mitte das Künstlerhaus "Tacheles" mitgeprägt, in den 90er Jahren gründete er die Off-Bühne in den Sophiensälen. Heute ist Sandig einer der Leiter des "Radialsystems".

Das Kunst- und Kulturzentrums liegt zwar am Friedrichshainer Spreeufer. Aber Sandig lebt mit seiner Frau, der Choreografin Sasha Waltz, noch immer nahe der Oranienburger Straße. "Was ich mag an Mitte ist die hohe Konzentration an Kultureinrichtungen", sagt Sandig mit Blick auf die imposante Museumsinsel. Manchmal ist es im Zentrum der Berliner Republik auch heimelig. "Das hat schon was von einem Dorf." (Internet: www.firma.net, www.cookies.ch, www.sanktoberholz.de)

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(Caroline Bock, dpa/dd)