Reisefotograf Dane StromEin Amerikaner verteidigt Mexikos Ehre

Jahre bevor Trump mit der Mauer drohte, wechselte Dane Strom die Seiten und zog nach Mexiko. Seine Bilder zeigen die knallbunten Feste und die harte Realität von Menschen, denen nie die Fantasie ausgeht.

Von Irene Helmes

Eine kleine Mädchenarmee marschiert durch die Straßen von Ajijic im Südwesten von Mexiko. Jedes Jahr wieder, am Tag der Revolution. Sie erinnern an die Soldaderas, die Frauen also, die 1910 Seite an Seite mit den Männern gegen das damalige Regime kämpften. Es ist einer der zahlreichen Feiertage, die heute das Leben in Mexiko durchziehen und den Fotografen Dane Strom faszinieren. Auch, weil sie mehr sind als einfache Umzüge oder leere Rituale.

"Der Geist der Revolution ist immer noch stark in Mexiko", sagt Strom, "vielleicht weil die Menschen sie nie wirklich gewinnen und zu Ende bringen konnten". Aber auch an solchen Tagen gibt es Details, die ihn nachdenklich machen: "Haben Sie bemerkt, dass die Babypuppen alle weiß sind?", fragt der Amerikaner. Für ihn ein Zeichen dafür, wie Mexiko von fremden Schönheitsidealen beeinflusst ist: "In den Läden gab es vermutlich gar keine anderen Puppen zu kaufen."

Bild: Dane Strom 25. April 2018, 16:212018-04-25 16:21:41 © SZ.de/dd/kaeb/sks