Schlecht informiert fühlten sich Türkei-Reisende über den technischen Zustand ihres Flugzeugs, weigerten sich einzusteigen und zogen vor Gericht.
Pauschalurlauber müssen nicht in ein Flugzeug steigen, wenn sie den begründeten Verdacht haben, dass die Maschine fluguntüchtig ist. Sie können in einem solchen Fall unter Umständen vom Reiseveranstalter sogar den kompletten Reisepreis zurückfordern. Das hat das Amtsgericht Düsseldorf entschieden (Aktenzeichen: 52 C 1370/09), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift ReiseRecht aktuell berichtet.
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Im konkreten Fall ging es um eine vereitelte Türkei-Reise. Wegen eines technischen Defekts hatte das Flugzeug eine Zwischenlandung in Wien eingelegt. Erst nach fast 14 Stunden Wartezeit sowie dem Einfliegen von Technikern und Ersatzteilen aus der Türkei konnte die Maschine wieder starten. Rund 40 Gäste gingen jedoch nicht wieder an Bord, darunter das Ehepaar, das vor Gericht zog.
Es meinte, eine Weiterreise mit dem reparierten Flugzeug sei nicht zumutbar gewesen. Das Gericht gab den Klägern Recht.
Weil den Passagieren keinerlei Informationen über Art und Umfang des Defekts gegeben wurden, hätten die Urlauber "nicht ansatzweise Anhaltspunkte" zur Abschätzung ihres Risikos bei einem Weiterflug gehabt. Es könne in solchen Situationen nicht von Reisenden verlangt werden, dass sie "in blindem Vertrauen" in eine reparierte Maschine einsteigen. Vielmehr müsse den Touristen das Wesentliche über den Defekt und die Reparatur mitgeteilt werden.
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(sueddeutsche.de/dpa/dd)
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Im Umkehrschluss behauptet das Gericht also, dass ein beliebiger Flugreisender die Kompetenz hat abzuschätzen, ob der vorliegende Defekt sicherheitsrelevant ist oder nicht. Das mag im Einzelfall vielleicht möglich sein, aber wenn man sich überlegt, dass viele Leute mit ihrem DVD Player schon überfordert sind, dann lässt das diese Aussage schon sehr lächerlich wirken.
Ihren Ausführungen kann ich nur zustimmen.
Anmerken möchte ich jedoch, dass man oft die Airline nicht frei wählen kann oder man die Wahl zwischen Pest und Cholera hat, wenn man eine bestimmte Reise buchen will, die es so wie man sie gerne hätte nur bei einem einzigen Reiseanbieter gibt. Klar, auch hier kann man ne Risikoabwägung machen, aber da gehts eben nicht um EUR 50 mehr oder weniger, sondern um "kann ich diese Reise, von der ich schon immer geträumt habe machen oder verzichte ich weil die Airline möglicherweise unsicher ist." Und diese Entscheidung ist deutlich schwerer.
Und bei vielen Reiseanbietern ist man eben an bestimmte Fluggesellschaften gebunden.
Na toll, was wird also zukünftig passieren? Man wird den Passagieren irgend eine Story erzählen was repariert wurde, wer sich danach weigert in die Maschine einzusteigen darf selbst bezahlen.
Deshalb besser vor dem Flug darauf achten mit welcher Airline man fliegt, daheim achtet man ja auch genau darauf welchen Auto man fährt.
Und ja, der Flug kann bei einer anderen Airline schon einmal 50 EUR teurer sein, daß sollte es einem aber wert sein.