Reise-TippsWas heißt hier bitte Meerblick?

Welche Haken können Beschreibungen von Hotelzimmern haben? Warum sind Flugzeuge weiß und woher kommt das Wasser auf Kreuzfahrtschiffen? Fragen und Antworten zum Reisen.

Was genau heißt Meerblick?

"Zimmer mit Meerblick" - woran denken Sie bei dieser Beschreibung in Katalogen und auf Buchungsseiten? An ein geöffnetes Fenster, unten der Strand, der Wind trägt das Rauschen der Wellen herein? Da könnten Sie sich täuschen.

Der Urlauber muss bei "Meerblick" zwar auf das Meer schauen können, allerdings nicht "auf voller Zimmerbreite", wie der Jurist Ernst Führich in seinem Standardwerk "Reiserecht" erläutert. Das heißt: Auch wenn der Urlauber den Kopf erst drehen und zur Seite schauen oder sich gar verrenken muss, um das Wasser zu sehen, ist das Wort Meerblick erlaubt.

Noch wichtiger: Ein Zimmer mit Meerblick bedeutet nicht unbedingt, dass sich die Unterkunft direkt am Strand befindet. Sie kann zum Beispiel auch oben auf einer Klippe liegen, und den Gast trennen mehrere Minuten Fußweg oder eine Fahrt vom Strand. Oder die Herberge liegt gar im Hinterland. "Man sieht in der Ferne etwas Blau, das gilt schon als Meerblick", sagt der Reiserechtler Paul Degott.

Besondere Vorsicht ist bei der Beschreibung "Zimmer mit Meerseite" angebracht. In diesem Fall ist nicht einmal gesagt, dass der Urlauber durch das Fenster überhaupt Wasser sieht. Meerseite heißt nicht Meerblick, erklärt Führich. Das bedeutet: Auch wenn das Zimmer meerseitig liegt, schaut der Gast womöglich auf andere Hotels, Straßen oder Parkplätze.

Eine Sammlung besonders bemerkenswerter Ausblicke haben wir mit Hilfe unserer Leser in der Bilderstrecke "Hotel Tristesse" zusammengetragen.

Bild: Nguyen Thai/Fotolia 1. März 2017, 05:402017-03-01 05:40:27 © SZ.de/dpa/kaeb/ihe/sks/rus/dd/ghe