Recht auf Kreuzfahrten Landgang entgangen

Hält ein Reiseveranstalter einen zentralen Programmpunkt nicht ein, können Urlauber den Reisepreis mindern - im vorliegenden Fall sogar um 25 Prozent.

Von E. Müller-Jentsch

Wenn auf einer Pauschalreise von den vertraglich zugesicherten Höhepunkten einer gestrichen wird, muss das Reiseunternehmen seine Kunden entschädigen. Bei einer achttägigen Ostseekreuzfahrt war einem Münchner Ehepaar das Anlaufen des Hafens von Stockholm mit einem 17-stündigen Aufenthalt versprochen worden.

Ein Besuch in der Altstadt von Stockholm ist den Münchner Kreuzfahrern entgangen.

(Foto: Foto: pixelio)

Weil diese Sightseeing-Tour dann aber sang- und klanglos gestrichen wurde, bekommen die Reisenden nun ein Viertel vom Reisepreis zurück, stellte das Amtsgericht München fest.

Die Kreuzfahrt im Juli 2008 führte von Kiel über Visby, Tallinn, St. Petersburg, Stockholm und Kopenhagen wieder zurück nach Kiel. Der Reiseverlauf sah vor, dass nach Durchquerung der Stockholmer Schären, einer einzigartigen Insellandschaft, auch der Stadthafen von Stockholm angelaufen werden sollte, und zwar von Freitagabend bis Samstag gegen 13 Uhr. Die Münchner freuten sich deshalb riesig darauf, die schwedische Hauptstadt zu besichtigen und dort einen schönen Abend zu verbringen.

Umso größer war ihre Enttäuschung, als ihnen bereits kurz nach dem Ablegen in Kiel mitgeteilt wurde, dass man aus St. Petersburg erst so spät auslaufen könne, dass die Schären in der Nacht nicht mehr durchfahren werden dürften. Daher könne das Schiff den Stockholmer Stadthafen nicht anlaufen.

Als Trostpflaster wurde den Reisenden eine Information über einen eventuellen Bustransfer von Nynashamn nach Stockholm überreicht - dieser Ort ist rund 60 Kilometer von der Schweden-Metropole entfernt.