Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil hält die Probleme im Regionalverkehr für lösbar und will bald mit Bahnchef Mehdorn reden.
Hunderte Pendler haben in Mails an die SZ Probleme im Regionalverkehr der Bahn beklagt. Wir befragten dazu Verkehrsminister Martin Zeil (FDP).
Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) (© Foto: AP)
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SZ: Herr Zeil, wann sind Sie das letzte Mal im Nahverkehr mit der Bahn gefahren - und waren Sie dabei pünktlich?
Zeil: Während der Koalitionsverhandlungen bin ich mal im Regionalexpress von München nach Ingolstadt gefahren. Und ich war auf die Minute pünktlich.
SZ: Nach den Erfahrungen unserer Leser ist die Pünktlichkeit im Regionalverkehr zurzeit aber eher die Ausnahme als die Regel. Muss man das so hinnehmen?
Zeil: Nein, das muss man nicht. Wir sind ja den Beschwerden sofort nachgegangen. Die Hauptprobleme liegen derzeit in den Räumen Augsburg und Nürnberg. Und auch der Ersatzfahrplan für die in Reparatur befindlichen ICE-Züge bereitet Schwierigkeiten. Aber das sind behebbare Probleme. Ich habe jedoch großes Verständnis für den Unmut der Fahrgäste. Im S-Bahnnetz München haben wir dagegen seit dem Fahrplanwechsel eine Pünktlichkeit von über 95 Prozent.
SZ: Der Freistaat bestellt bei der DB die Züge im Regional- und Nahverkehr. Mit ihnen fährt auch die Mehrzahl der Pendler. Diese Züge werden von der DB aber immer wieder aufs Haltegleis geschoben, wenn verspätete Fernzüge überholen wollen. Sind die Fahrgäste des Freistaates nur zweitklassig?
Zeil: Das sind sie nicht. Wir werden das bei der Bahn ansprechen. Wir wollen im Regional- und Fernverkehr natürlich eine gleichermaßen gute Beförderungsqualität.
SZ: Unsere Leser klagen über technische Störungen, kaputte Lokomotiven, defekte Weichen etc. Hat die Bahn in den letzten Jahren zu wenig in ihre technische Ausstattung investiert?
Zeil: Es ist richtig, dass wir eine chronische Unterfinanzierung in der Bahninfrastruktur haben. Das ist allerdings Aufgabe des Bundes. Die aufgeschobene Teilprivatisierung der Bahn hätte ja zusätzliches Geld bringen sollen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie der Verkehrsminister das Problembewusstsein bei der Bahn verstärken will.
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Nachdem mein Kommentar trotz höflichem Ton heute morgen kommentarlos gelöscht wurde hier der zweite Versuch:
Ach oje der Herr liberale Wirtschaftsminister trauert der unsäglichen Privatisierungsorgie nach und macht ansonsten den Bund verantwortlich.
Dabei weiß er doch, oder er sollte es zumindest wissen, dass der Regionale Nahverkehr in Bayern von der BEG, der bayerischen Eisenbahngesellschaft bestellt und bezahlt wird. Nun er sollte es zumindest wissen, die BEG ist eine Firma seines Ministeriums!
Für völlig überalterte ständig kaputte und verdreckte Nahverkehrszüge trägt also indirekt sehr wohl das Land mit die Verantwortung. In anderen Bundesländern sieht es da ganz anders aus, es macht den Eindruck, dass das "oade Klump" nicht in den Nahen Osten sondern nach Bayern verschoben wird.
Ich bin seit über 8 Jahren Pendler auf der Strecke Eichstätt-München. Zuerst hatten wir viele Jahre ein Baustelle mit der Neubaustrecke München-Nürnberg, die ja letztendlich nur eine Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt ist, der Rest wurde nur "ertüchtigt", dann haben sie uns alle Direktverbindungen gestrichen und als wir entnervt aufgaben und alle das teure ICE Abo Ticket bestellten, haben sie die Anschlüsse in Ingolstadt Hbf so verschlechtert, dass wir jetzt auf der 20 km Strecke Ingolstadt Eichstätt länger unterwegs sind als auf den 80 Kilometern nach München. Ganz herzlichen Dank!
Gerade diese Neubaustrecke steht für all den Irrsinn in der deutschen Bahnpolitik. Gerade einmal 27 Kilometer ist der Abschnitt lang auf dem der schicke ICE3 300 km fahren kann, der Rest ist Beschleunigungs- und Abbremsstrecke oder im Tunnel. Auf dem Abschnitt Ingolstadt München ist auf altem Gleisbett nur 160 drin! Schöne neue Welt! Und den Anschluss des Flughafens an das ICE Netz durch Streckenverlegung statt eines dümmlichen Transrapids hat man dabei auch beerdigt.
Weil aber die Strecke so toll und neu ist, frisst sie in der Einstufung der Gelder von der BEG einen großen Batzen (G+). Der bayerische Staat hat aber seit vielen Jahren sein Entgelt an die Bahn für den regionalen Schienennahverkehr nicht erhöht, so dass der Bahn gar nix anderes übrig blieb als die Fläche auszudünnen.
Niemand will hier die Bahn in Schutz nehmen, aber dass in Bayern der ÖPNV nicht entsprechend gefördert wird ist ja wohl offensichtlich.
Warum soll der Regionalverkehr nicht auch gut sein?
Der Unterschied zwischen Regional- und Fernverkehr ist, dass der erstere eher kurze Strecken fährt und der letzte längere. Dafür halten im Fernverkehr die Züge eben nur an größeren Orten. Der Regionalverkehr hält etwas öfter und natürlich wäre eine Fahrt im Regionalverkehr nach Hamburg sehr zeitaufwändig. Meinen Sie das mit "schlecht"?
Trotzdem kann man von der DB erwarten, sowohl Kurz- und Mittelstrecken als auch Fernstrecken zuverlässig zu bedienen. Nicht zu vergessen ist, dass die DB im Regionalverkehr neben der Fahrgelder auch noch Zuschüsse einnimmt.
Andererseits hat der Besteller auch das Recht, eine einwandfreie Leistung zu liefern. Nur, weil das Land Zuschüsse zahlt, gibt es der Bahn nicht das Recht, Museumbahnen, die einmal pro Monat gereinigt werden, zusetzen. Es wäre aber auch die Pflicht des Bestellers, also des Landes, hier Druck auszuüben und die Verträge wie in NRW zu beenden.
Das Allheilmittel Privatisierung wird es nicht bringen: die Bahn macht sich schön für die eventuellen Käufer indem sie dort spart, wo sie Geld von den Ländern bekommt. Wichtig ist nur der Fernverkehr. In NRW wurde der Bahn durch das Land der Regionalvertrag VRR gekündigt, zum Entsetzen der Bahn, die nur auf die Einnahmen schaut, aber nicht auf die Nahverkehrsreisenden und ihre Bedürfnisse.
Man sollte konsequent sein und andere Anbieter für den Nahverkehr aussuchen, wenn es innerhalb einer bestimmten Frist nicht klappt.
...wo die Kommentare von heute vormittag hin sind.
Liebe SZ, da waren mehr Kommentare. Wurden die schon zensiert (ähn, gelöscht)?
Auf der Bahnstrecke München-Kempten gab es bis zur Fahrplanumstellung auch noch eine andere Variante des "Nichtüberholens":
So reihten sich regelmäßig die Züge ins Allgäu (Reginalexpress, Regionalbahn und auch der allseits beliebte ALEX) in Pasing hinter die S-Bahn nach Geltendorf ein ... und man wußte bereits 10 Minuten nach der Abfahrt am Hauptbahnhof in München, dass es diesmal wieder etwas später wird.
Die Landtagsabgeordneten im Maximilianeum wissen wohl um diese Probleme und lassen vorsorglich die Besuchergruppen mit Bussen nach München bringen.
Paging