Post und ADAC planen Fernbus-Linien Wenn der Postbus kommt

Noch ist es nicht so weit, das Fernbus-Konzept aus der Liason zwischen Post und ADAC soll erst 2014 realisiert werden.

(Foto: Robert Haas)

Fahrscheine im Postamt, gelbe Busse im ganzen Land: Die Post will 2014 zusammen mit dem ADAC ein flächendeckendes Fernbus-Netz anbieten, um der Deutschen Bahn Konkurrenz zu machen. Doch damit könnte die Post zu spät dran sein.

Von Michael Bauchmüller und Stefan Weber

Die Kraftpost - jahrzehntelang war das für die Deutschen ein beliebtes Reisemittel. Überall in Deutschland waren die Busse der Kraftpost bis Mitte der Sechzigerjahre unterwegs, manche von ihnen hatten sogar einen kleinen Briefkasten. Denn Herr über das Busnetz war die Deutsche Bundespost. Später gingen die Busse der Kraftpost im Netz der Deutschen Bahn auf. Und genau der will die Post nun wieder Konkurrenz machen. Für 2014, so kündigte das Unternehmen am Freitag an, plane die Post ein eigenes Fernbusnetz. "Die Zeit ist reif für eine preisgünstige, sichere und komfortable Mobilitätsalternative", sagt Jürgen Gerdes, Briefvorstand bei der Deutschen Post.

Und Partner des neuen Netzes soll kein geringerer sein als die Autofahrer-Lobby: der ADAC. Derzeit liefen noch die ersten Planungen, hieß es in Unternehmenskreisen. Auch brauche es noch die förmliche Zustimmung der Gremien. Dem würden aber demnächst "sehr konkrete Taten folgen".

Erstmals wappnet sich damit auch ein großer deutscher Konzern für das neue Geschäft auf der Straße. Anfang Januar 2013 öffnet sich hier ein völlig neuer Markt. Ab dann dürfen Omnibusfirmen bundesweit Linienverkehr anbieten. Mit Rücksicht auf den Fernverkehrsmonopolisten Deutsche Bahn war dies bisher nur auf bestimmten Strecken möglich. Jetzt geht es auf allen Verbindungen, die länger als 50 Kilometer sind. Experten taxieren den Markt auf bis zu fünf Milliarden Euro.

So gesehen ist die Post schon ziemlich spät dran. "Wenn die 2014 loslegen, ist der Markt voll auf Touren", heißt es etwa bei MeinFernbus.de, einem der derzeit agilsten Anbieter. "Unser Fokus ist 2013 ganz klar, ein deutschlandweites Netz aufzubauen" - mit vielen regionalen Busfirmen, die dann unter dem gemeinsamen Dach bestimmte Linien betreiben. Nicht gelb, sondern grün wird diese Flotte sein. Auch Verkehrskonzerne aus Frankreich und Großbritannien, die Erfahrungen mit Fernlinien haben, prüfen den Markteintritt.

Es herrscht Goldgräberstimmung rund um den Fernbus.