Die Planer Kohn Pedersen Fox Associates, ein Architekturbüro mit Sitz in Manhattan, hatten der mehrstöckigen Öffnung lediglich ein Konstruktionsprinzip zugrunde gelegt. Es sollte dem dünnen oberen Teil des Gebäudes buchstäblich den Wind aus dem Segel nehmen. Die Bauarbeiten ruhten acht Jahre wegen der asiatischen Finanzkrise.
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(© SZ-Grafik)
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Unterdessen wurde aus der runden Öffnung ein Rechteck, um das Gebäude nicht so japanisch erscheinen zu lassen, auch wenn das elegant geschwungene Hochhaus nun aussieht wie ein Flaschenöffner.
Das Gebäude wurde in aufeinandergestapelten, zwölfstöckigen Einheiten konzipiert. Nach jeder zwölften Etage folgt ein Evakuierungs-Stockwerk. Es gibt ein Treppenhaus bis nach unten. "Eine Stunde und 20Minuten dauert es vom 87.Stockwerk", sagt Hoteldirektor Christophe Sadones. Er hat es ausprobiert.
Gut und schön. Aber warum nur baut der Mensch so hohe Häuser? Andres Lepik, Leiter der Architekturabteilung an der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, hat eine Antwort. In seinem Standardwerk über Hochhäuser schreibt er, mit dem Bau von Wolkenkratzern verbänden sich "weit über die rationalen und ökonomischen Motive hinaus von jeher Träume, Hoffnungen und Utopien, die sie vielfach über das ökonomisch Angemessene hinaus wachsen lassen".
Ein fast 500 Meter hohes Haus zu bauen, liegt definitiv jenseits von ökonomisch Angemessenem. Doch Pudong steht für das moderne China - und das will eine aufsehenerregende Skyline.
Vernünftig begründen lässt es sich ohnehin nicht, warum jemand in einem Hotel übernachten will, nur weil es das höchste der Welt ist. Da verhält es sich wohl ähnlich wie mit dem Bergsteigen. Was hat man davon, auf die Zugspitze zu steigen anstatt auf die Alpspitze? Außer eben, auf dem höchsten Berg Deutschlands gewesen zu sein.
Und auf die Alpspitze runterschauen zu können. Vom Park Hyatt sieht man nicht nur auf die 18-Millionen-Stadt, sondern eben auch auf das jüngst höhenmäßig übertrumpfte Gebäude, den Jin Mao Tower.
Der nächste Riese wächst schon
Doch auch das Park Hyatt wird nicht lange das höchste Hotel der Welt bleiben. Die Zeiten sind vorbei, als Wolkenkratzer ihre Rekorde Jahrzehnte behielten, wie das Empire State Building, das 40Jahre lang höchstes Hochhaus der Welt war. Am 29.November 2008 erfolgte, direkt neben dem SWFC und dem Jin Mao Tower, der Spatenstich für den Shanghai Tower. Er soll 2,2Milliarden US-Dollar kosten, 2014 fertig sein, 632Meter hoch werden und 121Stockwerke haben. Inklusive Luxushotel.
Informationen
Anreise: Günstige Hin- und Rückflug mit Air France über Paris nach Shanghai ab 450 Euro, www.airfrance.de
Unterkunft: Park Hyatt Shanghai, 100 Centruy Avenue, Pudong New Area, Shanghai, China 200120, www.parkhyattshanghai.com, DZ ab 500 Euro.
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(SZ vom 30.4.2009 /kaeb/dd)
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