Österreich Ski fahren

Gletscher sind die beste Wintervorbereitung.

Von Dominik Prantl

Der Ort: Es gibt nicht nur einen Ort. Es sind viele Orte, an denen Ski fahren Anfang November möglich ist. Gemeinsam ist all diesen Alpenorten ein Gletscher. Beispiele? In der Schweiz wären da die Eisflächen bei Saas-Fee und Zermatt, in Südtirol der Schnalstaler Gletscher und in Österreich der Mölltaler, Hintertuxer oder auch der Stubaier Gletscher.

Warum gerade jetzt? Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens: Sonne. Der Nebel liegt besonders gerne im Tal und schafft es oft nicht bis hinauf zu den Gletschern. Zweitens: wenn nicht jetzt, wann dann? Im Hochwinter findet sich nur selten ein wichtiger Grund, bis zu den Gletschern am Ende eines Tales zu kurven, weil dann die niedrigeren Skigebiete am Anfang eines Tales geöffnet haben. Drittens: sich auf den Skiwinter vorbereiten. Leider ist das auch der Hauptgrund für enorm viele professionelle, halbprofessionelle und gar nicht professionelle Rennteams, die mit ihrem Training einen Teil der Pisten blockieren. Was zu viertens führt: die erste Skitour. Weg vom Pistenbetrieb der (Halb-)profis führt beispielsweise der Weg auf die Wildspitze (3770 Meter) am Pitztaler Gletscher oder auch jener hinauf zum Zuckerhütl (3507 Meter) am Stubaier. Außerdem - fünftens - frisst die Gletscherschmelze den Gletscherskigebieten mittelfristig den Boden unter den Füßen weg. Zumindest diesen und nächsten November sollte es sich aber noch ausgehen.

Was bringt's? eine unverschämte Spätsommerbräune, eine beneidenswerte Frühwinterform. Beides hängt von Wetter und Aktionsradius ab. Wer weder Lust auf Bräune noch Frühform hat, kann am Hintertuxer Gletscher eine Eishöhle besuchen oder am Pitztaler auf 3440 Meter einfach nur einen Kaffee trinken. Was es jedoch bringt, auf dem Kaunertaler Gletscher am "Shoot your half mile Jib Line Award 2.0" teilzunehmen, können freilich nur die beantworten, die das auch verstehen.