Nofretete

"Beschreiben nützt nichts, ansehen", notierte der Archäologe Ludwig Borchardt nach dem Fund der Nofretete-Büste. Mehr als 3000 Jahre lang war die Schönheit im Wüstensand vergraben. Nun empfängt die Königin ihre Besucher in Berlin, jedes Jahr etwa eine Million Menschen.

Am 6. Dezember 1912 bargen Mitarbeiter der Deutschen Orient-Gesellschaft im ägyptischen Amarna das Abbild einer königlichen Schönheit, die bald weltberühmt werden sollte. Projektleiter Ludwig Borchardt notierte im Grabungstagebuch: "Lebensgroße, bemalte Büste der Königin, 47 cm hoch. Mit der oben gerade abgeschnittenen blauen Perücke, die auf halber Höhe noch ein umgelegtes Band hat. Farben wie eben aufgelegt. Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen. Pendant zu der Büste des Königs (...). Nur die Ohren u. etwas von der r. Seite der Perücke bestoßen." Ausgerechnet an diesem Tag hatte Borchardt hohen Besuch an der Grabungsstätte, was ihm offenbar gar nicht recht war. 

Fundjournalkarte im Neuen Museum in Berlin

Bild: dpa

6. Dezember 2012, 10:04 2012-12-06 10:04:43  © Süddeutsche.de/dgr/kaeb mit Material von dpa und AFP/rus

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