"Geisterbahn der Geschichte" - Michael Sowa, 62, Künstler, hat gleich drei durchschlagende Pläne:

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"Hier kommen drei Vorschläge, mir persönlich gefällt der dritte am besten. Aber erstmal der Reihe nach: Der Tempelhofer Ring! Wir könnten eine innerstädtische Autorennbahn bauen, ausgelegt für Formel 1-Rennen. Wochentags dürften auch Normalbürger Gas geben, für fünf Euro die Stunde. Damit stünde Berlin so ziemlich allein da, ähnlich wie zuvor mit dem innerstädtischen Flughafen.

Als Schirmherr könnte ich mir Manfred Stolpe vorstellen. Sollte dieses Projekt aus vorhersehbaren Gründen scheitern (Stolpe), kommen wir zum Vorschlag zwei: Eine detailgenaue Rekonstruktion der Berliner Mauer mit allem Drum und Dran. Wachtürme, Grenzpolizisten mit Selbstschusshunden, auch Reality Shows sind denkbar. Die Mauer könnte am nördlichen und westlichen Rand des Flugfeldes entlangführen. Das bringt Touristen, aber noch wichtiger: Das Neuköllner Gesocks bliebe weiter draußen.

Falls dieser Vorschlag politisch nicht durchsetzbar wäre oder die Zeit dafür noch nicht reif sein sollte, folgt mein Lieblingsvorschlag Nr. 3: ein Geschichtspark, in dem man Monumente der deutschen Geschichte hautnah nacherleben könnte. Also so eine Art Open-Air-Geisterbahn, wo statt kreuzbiederer Gerippe plötzlich Erich Mielke hinterm Busch hervorspringt. Und um nur einen der vielen denkbaren Höhepunkte vorwegzunehmen, könnte die Geschichtsgeisterbahn durch die Räume des ehemaligen Flughafengebäudes fahren, die der Öffentlichkeit bislang vorenthalten waren.

Im Grunde müsste da so gut wie nichts verändern, um den Eindruck zu erwecken, man führe durch Hitlers Arbeitszimmer in der ehemaligen Reichskanzlei. Ob man mit der Schlacht im Teutoburgerwald startet (die Geisterbahnpassage würde das aus der Perspektive der römischen Legionäre erleben - starker Einstieg) oder erst später, all das müssten Fachleute diskutieren. Zum Beispiel Guido Knopp."

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(SZ vom 31.5.2008/sonn)