Von Stefan Herbke

Mit dem Rad sind die langen Karwendeltäler ein Traum. Wo man zu Fuß kilometerweit marschieren müsste, geht es mit dem Bike mindestens doppelt so schnell - bis die eigentliche Tour zur Falkenhütte losgeht.

Fast spielend leicht rollt man auf flachen Forststraßen hinein ins Zentrum des Karwendels, manchmal sind sogar kleine Durchquerungen möglich wie vom Johannis- zum Laliderer Tal. Scheitelpunkt der Strecke ist die Falkenhütte am Fuß der Laliderer Wände.

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Zur Falkenhütte

Mehrere Kilometer lang sind die großartigen Felsabbrüche der Karwendelkette östlich der Birkkarspitze (2749 m), dem höchsten Gipfel des Karwendels. Die bildet mit ihrer imposanten Ostwand den großartigen Abschluss des Johannistals, doch in diesem Amphitheater ist dies nur eine Felswand unter vielen.

Fast noch großartiger ist der Blick von der Falkenhütte auf die Laliderer Wände, eine mehrere Kilometer lange Wandflucht mit über 600 Meter hohen Abbrüchen, unter denen sich große Geröllhänge ausbreiten - ein deutliches Zeichen, dass der Fels extrem brüchig ist. Die Mountainbiker, die von Hinterriß der wunderbaren Forststraße ins grüne Johannistal und zum grandiosen Kleinen Ahornboden folgen, können sich kaum eine bessere Kulisse vorstellen.

Wo sonst kann man mit dem Bike so bequem inmitten einer so großartigen Kulisse radeln? Noch dazu ist die Straße zum Auftakt gar nicht einmal steil, mit durchschnittlich elf Prozent Steigung geht es eher flach taleinwärts.

Doch irgendwann muss Höhe gemacht werden, und das richtig. Ab der Ladizalm (1573 m) wird es richtig ernst. Steil geht es bergauf, immer näher ran an die Felswände, bis man nach einem letzten Steilstück unter der Falkenhütte endlich den Scheitelpunkt der Strecke erreicht hat.

Bergab durchs Laliderer Tal

Nach der Rast geht es fast nur noch bergab, aber nur fast. Nach wenigen Metern beginnt beim Spielissjoch (1773 m) erst einmal eine längere Tragestrecke durch die Geröllhänge am Fuß der Felswände. Nur Könner fahren einen Großteil des steinigen Pfades, alle anderen sollten besser schieben - Stürze sind hier in jedem Fall schmerzhaft. Spätestens unterhalb des Hohljochs geht es für alle wieder mit dem Radl weiter, und das ohne Anstrengung: Aufsitzen, losfahren und rollen lassen. Erst auf der Teerstraße hinaus nach Hinterriß muss man wieder treten, doch das ist ein Kinderspiel, schließlich geht es selbst hier noch flach bergab.

Info & Wissenswertes

Auto: Salzburger Autobahn bis Ausfahrt Holzkirchen, über Holzkirchen, Bad Tölz und Lenggries zum Sylvensteinspeicher und über Fall und Vorderriß nach Hinterriß, Parkplatz an der Neunerbrücke (928 m).

Zeit: 4-4.30 Std.

Strecke: ca. 30 km.

Schwierigkeit: Landschaftlich sehr beeindruckende Mountainbike-Tour unter den Felswänden des Karwendels. Richtig anstrengend wird es erst bei der steilen Auffahrt von der Ladizalm zur Falkenhütte. Bis auf den Weg durch die Laliderer Reisen (Schiebestrecke) gute Forststraßen, im Rißbachtal asphaltierte Straße mit viel Ausflugsverkehr.

Hinweis: Unbedingt auf die vielen Wanderer Rücksicht nehmen. Die Forstwege sind nicht nur für Biker da! Und auf dem schmalen Weg vom Spielissjoch durch die Laliderer Reisen haben die Fußgänger Vorrang, am besten das Rad schieben.

Einkehr: Falkenhütte (1848 m).

Karte: BLVA UK L 30, Karwendelgebirge (1:50 000).

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(Süddeutsche.de/Stefan Herbke/dd)