Mitten in ...Klingt gut, dieser Wein

In New York zieht einem der berühmte Barbesitzer das Geld sehr stilvoll aus der Tasche. Im Eiscafé von Guben geht es deutlich ruppiger zu.

Mitten in ... London

Das London-Gefühl hat sich seit dem Brexit geändert: Wer sich willkommen fühlte, fragt sich jetzt, ob er nicht besser gehen - oder gar nicht erst herkommen sollte. Die Zahl der EU-Krankenschwestern etwa, die ins UK wechseln, ist um 90 Prozent gesunken. Weil ich bleiben will, habe ich ein persönliches Diversity-Programm begonnen. Mein Community-Chor hat Sänger aus zehn Ländern. Und in meinem Community-Fitnesscenter turnen Frauen aus aller Welt. Beispiel: Dance Aerobic. Diana Ross singt auf Double Speed, die schwarzen Frauen tanzen, bevor es losgeht. Eine Araberin im schwarzem Hijab turnt mit Hingabe, eine Frau aus der Karibik mit Kopftuch und Wallekleid hüpft ohne Rhythmusgefühl quer zur Gruppe. Die Mexikanerin kreischt. Und ich? Lache und trauere um das London vor dem Brexit, das ich gern gekannt hätte.

Cathrin Kahlweit

SZ vom 24. November 2017

17. November 2017, 15:322017-11-17 15:32:30 © SZ/ihe