Mitten in AbsurdistanUsain wartet nicht auf den Bus

Der Bürgermeister von Buenos Aires läuft zu Hochform auf, wenn es teuer und idiotisch wird. Weshalb unser Autor ein hübsches Sümmchen für Usain Bolt zahlen musste. Unaufgeregter geht es zu Weihnachten in Nazareth zu - und in Meißen sowieso.

Mitten in ... Buenos Aires

Unser Bürgermeister läuft zu Hochform auf, wenn es teuer und idiotisch wird. Kürzlich ließ er den jamaikanischen Sprinter Usain Bolt auf der Avenida 9 de Julio im Zentrum von Buenos Aires rennen, und zwar gegen einen Stadtbus der Linie 59. Es gewann: der Olympiasieger. Seinem Gegner versagte beim Anfahren das Automatikgetriebe, was regelmäßige Nutzer nicht wunderte.

Gekostet hat der Blödsinn vier Millionen Pesos. Das entspricht etwa 460.000 Euro, also 13.000 Euro für jeden von Bolts 35 Schritten. Und weil die Schnapsideen des Mauricio Macri (so heißt unser Bürgermeister) irgendwie bezahlt werden müssen, wurde nun mein Auto abgeschleppt. Es stand ganz okay in der Sommerhitze, wie ich fand. Trotzdem musste ich es für 350 Pesos auf einem Kran-Parkplatz abholen. Also, 350 Pesos für Bolt gehen auf mich.

Peter Burghardt, SZ vom 28./29.12.2013

Bild: dpa 20. Dezember 2013, 17:312013-12-20 17:31:00 © SZ.de