Mennoniten in BelizeWo die Bibel das einzige Gesetz ist

Musik gilt als Versuchung und selbst Witze sind tabu: In den Mennoniten-Kolonien von Belize leben Nachfahren deutscher Auswanderer in einer streng religiösen Parallelwelt. Doch wenn sie die Früchte ihrer Arbeit verkaufen, treffen sie auf Sünde an jeder Ecke.

Musik gilt als Versuchung, nur die Kutsche ist ein "gottgefälliges Gefährt" und selbst Witze sind tabu: In den Mennoniten-Kolonien von Belize leben Nachfahren deutscher Auswanderer in einer streng religiösen Parallelwelt am Rande des mittelamerikanischen Urwalds. Doch wenn sie die Früchte ihrer Arbeit verkaufen, treffen sie auf Sünde an jeder Ecke. Eine Bilderreise von Marcel Burkhardt

Ein Mennonitenjunge aus Barton Creek im Urwald von Belize blickt auf ein paradiesisches Bild. Vor seinen Augen erheben sich bewaldete Hügel aus dem Morgennebel. Von den Bäumen tropft noch der Regen der Nacht, in den Ästen kreischen Papageien. Die Luft duftet verführerisch nach Orangenblüten.

Seit 1958 besiedeln die Mennoniten das kleine Land südlich von Mexiko. Aus Holland und Deutschland stammend, wandern die Anhänger der strengen Glaubensgemeinschaft seit fast 500 Jahren durch die Welt - immer weiter getrieben von ihren Prinzipien, die sich mit dem Leben in vielen Gesellschaften nicht vereinen ließen.

Bild: Burkhardt 12. September 2011, 19:122011-09-12 19:12:29 © sueddeutsche.de/Marcel Burkhardt/kaeb