Neue Tarife machen die Fahrt mit der "Tube" so teuer, dass viele Touristen für ihre Besichtigungstour Wanderstrecken einplanen. Wie Sie beim London-Besuch trotzdem sparen können.

Man kann sich London als Tourist durchaus erlaufen. Buckingham-Palast, Downing Street, Big Ben - das liegt alles nicht allzu weit voneinander entfernt.

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Aber wer schlecht zu Fuß ist oder nicht spazieren mag, für den kann der Besuch in einer der teuersten Städte der Welt jetzt noch teurer werden. Seit dem Jahreswechsel gelten in der Londoner U-Bahn neue Tarife. Für eine einzige Fahrt beträgt der Normalpreis jetzt vier Pfund - umgerechnet 5,92 Euro.

Damit ist die "Tube" nicht mehr nur die älteste, sondern auch die teuerste U-Bahn der Welt.

Für Touristen, die aufs Geld schauen müssen, ist dies Grund genug, tatsächlich mehr zu laufen. "Wir boykottieren das und legen die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten zu Fuß zurück", sagt die 40-jährige Jutta Wiesner aus Emden, die gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten für zwei Tage auf Städtetrip ist.

Nach dem Besuch im Buckingham-Palast steht für sie der Marsch zur Tower-Brücke auf dem Programm - stramme anderthalb Stunden. Für die meisten anderen Besucher ist dies bei allem Ärger über die saftigen Preise dann doch zu viel.

Ohnehin ist sich die überwiegende Mehrheit der London-Urlauber bewusst, dass die britische Hauptstadt ein teures Pflaster ist. Zwar kommt man inzwischen mit dem Billigflieger auch günstig auf die Insel. Aber dann ...

Allein die Zugfahrt vom Flughafen Stansted in die Innenstadt schlägt zum Beispiel mit 25,50 Pfund (rund 38 Euro) zu Buche. Und wer angekommen ist, muss auch in Hotel, Restaurant und vielen Sehenswürdigkeiten viel Geld lassen.

Der Eintritt in die St Paul's Cathedral kostet für einen Erwachsenen zum Beispiel 9,50 Pfund (rund 14,30 Euro), in den Tower 15 Pfund (rund 22,50 Euro) und ins Wachsfigurenkabinett von "Madame Tussauds" sogar 25 Pfund (rund 37,50 Euro).

Trotzdem ist die Anziehungskraft der britischen Metropole auch für deutsche Besucher ungebrochen. 2005 kamen knapp 1,3 Millionen. Fürs gerade begonnene Jahr erwartet das Fremdenverkehrsbüro "Visit London" noch einmal einen Anstieg der Besucherzahlen.

Angesichts der ohnehin schon hohen Preise nehmen viele Touristen auch die gestiegenen U-Bahn-Tarife ohne größere Aufregung hin. "Wir wussten schon, dass London teuer ist", sagt Dominik Siebertz (25) aus der Nähe von Köln. "Ich habe für mein Tagesticket 5,70 Pfund (rund 8,50 Euro) bezahlt. Viel billiger sind Tageskarten in deutschen Großstädten auch nicht." Allerdings wissen nicht alle, dass sich das "Day Ticket" in London fast immer lohnt.

Tickets schon in Deutschland kaufen

Die 21-jährige Franca Kemmerer aus der Nähe von Frankfurt war ziemlich überrascht, als sie nach ihrer Ankunft für die Fahrt vom Piccadilly Circus zur Baker Street - zwei Stationen - vier Pfund zahlen musste. "Auf meine Frage, ob es nicht einen günstigeren Studententarif gibt, erntete ich nur ein müdes Lächeln." Für ihr Semester in London hat sich die Wirtschaftsstudentin dann auch gleich eine so genannte Oyster Card angeschafft.

Die "Austernkarte", mit der die Londoner Verkehrsbetriebe die Kundschaft binden wollen, lohnt sich auch für Touristen. Drei Pfund Pfand muss man einmalig dafür bezahlen, bevor man die Karte mit einem Guthaben aufladen kann.

Der Preis für die einfache Fahrt in Bus oder U-Bahn sinkt dann zum Teil auf weniger als die Hälfte. Die Karte kann man sich auch schon vor dem Abflug in Deutschland kaufen.

Ansonsten bleibt London-Besuchern noch ein Trost. Viele der bekanntesten Museen wie die Tate Gallery, die Tate Modern und National Gallery sind gratis.

Bleibt London als Reiseziel trotz der immer weiter steigenden Preise für Sie überhaupt noch attraktiv? Ihre Meinung interessiert uns!

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(sueddeutsche.de/dpa)