Von Gerhard Waldherr

Wellness-Land Vietnam - Erholung an 3.500 Kilometern Küste

Glatt und träge wie geschmolzenes Blei liegt der Thu Bon im Dämmerlicht. Wenn der Fluss zur Ruhe kommt, sagen sie, sei die schönste Zeit. Die Sampans verschwunden. Das Gedränge auf dem Markt verebbt. Mit ihren Körben an Bambusstangen sind die Händlerinnen längst nach Hause getrottet. Jetzt stehen dort, wo es am Morgen noch brodelte, die Bäume am Ufer wie düstere Skulpturen. Und die Rikschafahrer räkeln sich in ihren Sitzen, gelassen warten sie auf die Kunden der Nacht.

Magisches Naturschauspiel im Norden Vietnams: Die Halong-Bucht mit ihren ungewöhnlichen Felsen - der Legende nach das Werk eines Drachen. (© Foto: pixelquelle.de)

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Ein paar hundert Meter entfernt. Das "Life Resort" ist eine stille Oase am Rande der Altstadt von Hoi An. Herr Manh wartet bereits. Vorne der Thu Bon, hinten ein mit schwarzem Granit gefliester Pool. Dazwischen eine Pritsche unter einem Baldachin. Neben der Pritsche ein Glasschrank voller Gefäße mit Kräutern und Wurzeln, aus denen der Arzt des Hauses Tees mischt. Traditionelle Medizin wurde schon praktiziert, als Hoi An noch Faifo hieß und Drehscheibe des Handels war zwischen der Arabischen Halbinsel und Fernost. Japaner, Chinesen, Muslime und Portugiesen haben die Stadt geprägt, die wirkt wie ein begehbares Museum und Unesco-Weltkulturerbe ist.

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