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Es ist nicht leicht, sich als Urlauber in einer fremden Umgebung zurechtzufinden: Weder spricht man die Sprache, noch kennt man Land oder Sitten. Da können einen schon kleine Hindernisse zu Fall bringen. Eine Fußmatte zum Beispiel.

Geradezu fahrlässig wurde ein Exemplar vor dem Eingang eines türkischen Hotels ausgelegt, ganz ohne Warnschild. Um die Stolperwahrscheinlichkeit zu erhöhen, war der Abstreifer nicht bündig mit der Oberfläche verlegt, wie in Deutschland oft üblich, nein: Zwei Zentimeter ragte die schmutzfangende Stolperfalle in die Höhe. Noch dazu war die Fußmatte an den Längsseiten mit breiten Abschlussleisten versehen, an den Schmalseiten fehlten sie. Da half es nichts, dass der Eingangsbereich des Hotels nachts erleuchtet war: Eine Urlauberin stürzte über die tückische Matte.

Die Touristin suchte die Schuld für dieses Missgeschick nicht bei sich, sondern beim Reiseveranstalter. Das Oberlandesgericht Bamberg (Az.: 5 U 36/12) jedoch fand, dass das unfallfreie Überwinden von Fußmatten - ob ebenerdig oder erhöht - zum allgemeinen Lebensrisiko zählt. Weder Hotel noch Veranstalter hätten die Stolperfalle wegräumen müssen.

Im nächsten Fall stand ein Koffer verlassen am Flughafen Rom. Im Fundbüro fanden die Mitarbeiter: Die Sache stinkt zum Himmel! Sie zerstörten das Gepäckstück.

SZ.de/kaeb/dpa mit "ReiseRecht aktuell"

Bild: naypong - Fotolia 7. April 2014, 16:442014-04-07 16:44:09 © Süddeutsche.de/kaeb, dd, jobr