Wenn einer eine Reise tut, dann will er was erleben - nur passieren sollte ihm dabei möglichst nichts. Um die Macht des Zufalls zu bändigen, buchen Touristen eine Pauschalreise: Sie bezahlen und genießen das festgelegte Rahmenprogramm. Echte Abenteuer sind nicht vorgesehen und auch nicht erwünscht. Leider ist selbst auf Pauschalreisen nicht alles planbar. Schon gar nicht, wenn ein Kamel beteiligt ist, das aus der Reihe tanzt.

Ein Urlauber hatte bei seiner Pauschalreise in den Nahen Osten am vorgesehenen Kamelritt teilnehmen wollen. Doch das Tier war entweder unwillig oder hatte es zu eilig: Es stand bereits auf, als der Tourist noch beim Aufsteigen war. Dieser stürzte zu Boden und verletzte sich. Zur Verantwortung wurde nun nicht das störrische Kamel gezogen, auch nicht dessen Besitzer: Der Reiseveranstalter haftet für den Sturz, weil der Ausritt Teil der Pauschalreise war und für ein gefahrloses Aufsitzen hätte gesorgt werden müssen. Nun können die Reiseanbieter nicht ihren Gästen hinterher reisen und persönlich am Zaumzeug der Kamele zerren. Aber sie müssen sich ausreichend um einen erfahrenen Kameltreiber bemühen, urteilte das Oberlandesgericht Koblenz (Az.: 12 U 1296/12) laut der Neuen Juristischen Wochenschrift.

Im nächsten Fall verpasst ein Passagier seinen Vormittagsflug, obwohl er sich bereits am Morgen am Airport eingefunden haben will: Die Warteschlange sei einfach zu lang gewesen.

SZ.de/kaeb/dpa

Bild: Reuters 7. April 2014, 16:442014-04-07 16:44:09 © Süddeutsche.de/kaeb, dd, jobr